Analyse

Mieten für Studentenwohnungen steigen in Berlin stark

Das Mietportal "Immowelt" hat die Preisentwicklung bei Studentenwohnungen analysiert. Der Preis in Berlin ist um 15 Prozent gestiegen.

Eine junge Frau trägt einen Umzugskarton. Wohnraum für Studenten wird in Berlin immer teurer

Eine junge Frau trägt einen Umzugskarton. Wohnraum für Studenten wird in Berlin immer teurer

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture alliance / dpa Themendie

Berlin. Einer Analyse der Mieten in Studentenstädten von "Immowelt" zufolge sind die Kosten für studententaugliche Unterkünfte in Berlin im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Demnach kostet eine solche Unterkunft - gemeint sind Wohnungen mit einer Größe bis 40 Quadratmeter - in der Hauptstadt im Durchschnitt 470 Euro - 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Am teuersten ist eine Studentenwohnung der Analyse zufolge mit 790 Euro Miete in München, dahinter folgen Frankfurt (530 Euro), Stuttgart (500 Euro) und Berlin (470 Euro). Stuttgart (+22 Prozent), Berlin (+15 Prozent) und Kaiserslautern (+14 Prozent) weisen höchste prozentuale Steigerungen auf. Hochpreisige kleinere Studentenstädte sind Konstanz (430 Euro), Mainz (420 Euro) und Freiburg (420 Euro).

Aufgrund der hohen Preise rückten zunehmend bislang günstige Städte in den Fokus, heißt es weiter. Die Mieten in Kaiserslautern (250 Euro) hätten einen Sprung von 14 Prozent gemacht – die dritthöchste Steigerung aller untersuchten Städte. Auch Duisburg (250 Euro; +9 Prozent) und Bochum (260 Euro; +8 Prozent) wiesen hohe prozentuale Steigerungen auf.

In einigen Städten stagnieren die Mieten

Während laut Analyse in zwei Drittel der untersuchten Städte die Preise steigen, stagnieren sie im Rest oder sind leicht rückläufig. In Ingolstadt (450 Euro) zum Beispiel sei keine Veränderung zu beobachten. In Tübingen (370 Euro) sinken die Mieten um 3 Prozent, in Münster sogar um 5 Prozent. Bei allen drei Städten scheint das Preisniveau so hoch zu sein, dass Mieter nicht bereit sind, noch mehr zu bezahlen.

Auch in den günstigsten Unistädten aus Nordrhein-Westfalen und dem Osten bleiben die Preise konstant, wie das Portal herausfand. Insbesondere Magdeburg (220 Euro) und Cottbus (190 Euro) seien preiswerte Alternativen zum teuren Berlin. Während in der Hauptstadt die Mieten immer teurer würden, veränderten sie sich hier nur kaum. Gleiches treffe auch auf Halle (200 Euro) und Rostock (220 Euro) zu. Großstädte wie Leipzig (250 Euro) und Dresden (270 Euro) überzeugten nicht nur durch die bezahlbaren Mietpreise, sondern auch durch ein großes Freizeit- und Kulturangebot sowie gute Zukunftsaussichten nach dem Studium.

Datenbasis für die Berechnung der Mieten in 68 ausgewählten deutschen Universitätsstädten sind laut Mitteilung 90.000 auf dem Portal inserierte Angebote mit einer Wohnfläche von bis zu 40 Quadratmetern und 1 bis 2 Zimmern. Dabei seien ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils 2017 und 2018 angebotene Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

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