Großbordell

Ermittlungsverfahren gegen „Artemis“-Betreiber beendet

Es wird definitiv keinen Prozess gegen die Betreiber des Großbordells geben. Die Staatsanwaltschaft wirft das Handtuch.

Einsatzkräfte von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll durchsuchten im April 2016 das "Artemis".

Einsatzkräfte von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll durchsuchten im April 2016 das "Artemis".

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Das Ermittlungsverfahren gegen die Betreiber des Großbordells „Artemis“ ist endgültig beendet. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Beschwerde gegen die Nichtzulassung ihrer Anklage vor dem Landgericht zurückgezogen, teilten die Anwälte der Betreiber am Mittwoch mit. Justizsprecher Martin Steltner bestätigte der Berliner Morgenpost die Rücknahme. Er wies allerdings zugleich daraufhin, dass Verdachtsmomente gegen die Betreiber ungeachtet der Entscheidung des Landgerichts nach Auffassung der Staatsanwaltschaft weiterhin bestünden.

Ein Großaufgebot der Polizei, des Zolls und des Ordnungsamtes Charlottenburg-Wilmersdorf hatte in dem Etablissement im 14. April 2016 eine großangelegte Razzia durchgeführt, zwei Betreiber saßen anschließend mehrere Monate in Untersuchungshaft. Bei den aufwendigen und langwierigen Ermittlungen ging es damals um den Vorwurf der Zwangsprostitution sowie der Hinterziehung von Steuern und Abgaben.

Im vergangenen Jahr erhob die Staatsanwaltschaft schließlich Anklage, diese wurde allerdings von der zuständigen Strafkammer nicht zugelassen. Für die Richter waren die Vorwürfe nicht hinreichend nachgewiesen. Dagegen legte die Anklagebehörde zunächst Beschwerde ein, zog diese aber jetzt zurück. Die Betreiber des Artemis ließen über ihre Anwälte verlauten, sie prüften nunmehr etwaige Ansprüche auf Schadenersatz.

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