Neue Schlösser

U-Bahnhöfe geöffnet: BVG sperrt Aktivisten aus

Selbst ernannte Künstler hatten mit nachgemachten Schlüsseln U-Bahnhöfe illegal geöffnet - für Obdachlose. Die BVG reagiert.

Eine Szene aus dem Video der Aktivisten.

Eine Szene aus dem Video der Aktivisten.

Foto: Screenshot Vimeo

Berlins U-Bahnhöfe sollen ein neues elektronisches Schließsystem bekommen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) reagieren damit auch auf eine Aktion, mit der Aktivisten gegen eine Schließung von Bahnhöfen für Obdachlose protestieren wollen.

Zwei selbst ernannte „Künstlerkollektive“ hatten vor einigen Tagen mit nachgefertigten Schlüsseln an mehreren U-Bahnhöfen Gitter geöffnet, mit denen diese während der nächtlichen Betriebspause verschlossen werden. Zudem legten sie dort Plastiktüten ab, in denen sich neben Lebensmitteln auch gelbe Warnwesten befanden. Ein Film davon kursiert in den sozialen Netzwerken und sorgt dort für heftige Kontroversen.

Für BVG-Sprecherin Petra Nelken ist die Aktion vor allem ein Beispiel für „selbstverliebte Eitelkeit“. „Wenn es diesen Leuten wirklich um die Obdachlosen gehen würde, wären sie zu den U-Bahnhöfen Lichtenberg und Moritzplatz gekommen und hätten dort mit angepackt.“

Beide Stationen sind seit November auch nachts geöffnet, damit Obdachlose dort schlafen können. In der vergangenen Nacht haben dieses Angebot laut Nelken in Lichtenberg 32 und am Moritzplatz zehn Wohnungslose genutzt. An beiden Stationen gebe es für sie auch Toiletten und eine Betreuung durch Sozialarbeiter.

Die Senatssozialverwaltung bezeichnete die Aktion als „fahrlässig“. Die Stadt böte ausreichend Hilfsangebote an. Auch die Stadtmission, die einen Großteil der Kältehilfe leistet, sieht U-Bahnhöfe als völlig ungeeignetes Nachtlager für Obdachlose an.

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