BVG

Straßenbahnen fallen aus, weil die Fahrer fehlen

Die Ausfälle bei der Berliner Tram haben sich in zwei Jahren verfünffacht. Der Grund: Zu viele kranke oder abgewanderte Fahrer.

BVG: Züge fallen bei der Straßenbahn aus, weil die Fahrer fehlen

BVG: Züge fallen bei der Straßenbahn aus, weil die Fahrer fehlen

Foto: dpa

Berlin. Die personalbedingten Ausfälle bei der Berliner Straßenbahn haben sich innerhalb von nur zwei Jahren mehr als verfünffacht. Das zeigen interne Zahlen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die dem RBB vorliegen. Zugleich habe sich die Anzahl ausgefallener Kilometer bei der Straßenbahn innerhalb der letzten zehn Jahre fast verzehnfacht, heißt es weiter.

Die BVG-Spitze macht dafür laut Bericht vor allem den hohen Krankenstand verantwortlich. Personalräte würden in dem Zusammenhang wachsende Überlastung von Fahrern und Werkstattpersonal kritisieren sowie eine zunehmende Abwanderung infolge niedriger Löhne. Ein Berufsanfänger verdient bei der BVG laut RBB monatlich etwa 1600 Euro netto.

Fast ein Viertel des Azubi-Jahrgangs 2018 habe die BVG verlassen, berichtet ein Straßenbahn-Fahrer dem RBB. Die meisten seien zur Berliner S-Bahn gewechselt, die 500 Euro netto mehr bezahle und familienfreundlichere Dienstzeiten anbiete.

Wie der BVG-Personalrat Frank Kulicke dem RBB sagte, werden die am Montag beginnenden Tarifverhandlungen entscheidend für die Zukunft sein: "Wenn jetzt nicht ein kräftiger Schluck aus der Pulle kommt", würden viele Mitarbeiter der BVG den Rücken kehren. Dann, so Kulicke wörtlich, werde die Situation noch "katastrophaler".

Schwierige Verhandlungen erwartet

Eine schnelle Lösung im Tarifkonflikt scheint sich allerdings nicht abzuzeichnen. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen der Gewerkschaften am Montag als so nicht erfüllbar und warnten Verdi vor „unnötigen Drohgebärden.“ „Streiks würden vor allem zu Lasten der Berlinerinnen und Berliner gehen, die auf U-Bahn, Bus und Straßenbahn angewiesen sind“, teilte die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Claudia Pfeifer, nach der ersten Runde mit.

In den Manteltarifverhandlungen für rund 14.000 Arbeitnehmer der BVG und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport verlangt Verdi für alle eine 36,5-Stunden-Woche und Weihnachtsgeld, zudem Änderungen an der Entgelttabelle und eine Einmalzahlung von 500 Euro für Gewerkschaftsmitglieder.

„In diesem Umfang sind die Forderungen sicher nicht zu erfüllen“, sagte Pfeiffer. „Wir erwarten schwierige Verhandlungen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt. „Der Auftakt fand jedoch in einer sachlichen Atmosphäre statt.“ Drei weitere Verhandlungstermine sind vereinbart. Beide Seiten wollen sich als nächstes am 11. Februar wieder an einen Tisch setzen.

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