Bildungsoffensive

Kitas und Schulen brauchen mehr Leistung und Qualität

Bildungssenatorin Sandra Scheeres stellt am Mittwoch neue Eckpunkte für die Weiterentwicklung der Leistungsqualität an den Schulen vor.

Unterricht in einer Schule (Symbolbild)

Unterricht in einer Schule (Symbolbild)

Foto: Felix Kästle / dpa

Berlin. Am heutigen Mittwoch will Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) neue Eckpunkte für die Weiterentwicklung der Leistungsqualität an Berlins Schulen vorstellen. Der Fokus liegt auf den Fächern Deutsch und Mathematik. Schon am Dienstag meldete sich Robert Rauh zu Wort, Geschichtspädagoge vom Barnim-Gymnasium in Lichtenberg. Der 2013 mit dem Deutschen Lehrerpreis Ausgezeichnete legte Forderungen für eine alternative Bildungsoffensive vor.

Bei der jüngsten Vorstellung der Ergebnisse der zentralen Abschlussprüfungen des zehnten Jahrgangs mit 24.000 teilnehmenden Schülern hatte Scheeres erklärt, man könne sich mit den Ergebnissen nicht zufriedengeben und ein Maßnahmenpaket angekündigt. Beim Bildungsmonitor 2018 lag Berlin im Ländervergleich auf Platz 13, die Abbrecherquote ist noch immer hoch. Wie aus der Bildungsverwaltung verlautet, sehen Scheeres’ Pläne nun unter anderem vor, die Schulen stärker in die Verantwortung zu nehmen, Quer- und Seiteneinsteiger besser zu qualifizieren und Kitas stärker in Bildungsarbeit einzubeziehen.

Mehr Zeit für Lesen, Schreiben und Rechnen in Grundschulen

Gymnasiallehrer Rauh kritisierte, seiner Kenntnis nach seien die Lehrer im Vorfeld nicht gehört worden. Über die Pläne der Bildungsverwaltung sagte er: „Vermutlich wird wieder nur geflickt.“ Zudem halte er es für falsch, Kitas in die Pflicht zu nehmen. „Man kann die Defizite im Schreiben und Rechnen jetzt nicht noch von den Erziehern beheben lassen.“

In dem Papier wird unter anderem gefordert, dass künftig mehr Zeit für die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen in Grundschulen zur Verfügung stehen müsse. Dies solle notfalls durch Erhöhung der Wochenstunden in diesen Fächern geschehen. Über den Einsatz von Quereinsteigern heißt es, voll ausgebildete Fachlehrkräfte sollten die Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen übernehmen, für Übungen und Anwendungen könnten Quereinsteiger eingesetzt werden. Auch bei der Weiterbildung müssten neue Wege beschritten werden. Rauh sagte, diese müsse vorrangig an den Schulen stattfinden und auf die dortigen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Weitere Forderungen: Beschleunigung der Digitalisierung, Umstellung von der sechs- auf die vierjährige Grundschule, Gründung eines Berliner Instituts für Schulqualität und Lehrerbildung. Das Papier ist unter www.schul-gerecht.de nachzulesen.

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