Prozess

Ebay-Betrüger aus Berlin vor Gericht

Zwei Berliner sollen im Internet für angebotene Waren vorab kassiert haben, ohne sie zu liefern. Seit Dienstag steht das Duo vor Gericht.

Der Screenshot zeigt das Logo des Internet-Auktionshauses Ebay (Archivbild)

Der Screenshot zeigt das Logo des Internet-Auktionshauses Ebay (Archivbild)

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin. „Wildern bei Ebay“ nannte ein Ermittler das, was Staatsanwaltschaft und Kripo zwei 42 und 23 Jahre alten Berlinern vorwerfen. Die offizielle Bezeichnung lautet banden- und gewerbsmäßiger Betrug. Knapp 50 Taten, die meisten davon über das Online-Verkaufsportal begangen, haben die Behörden aufgelistet. Seit Dienstag muss sich das Duo vor dem Landgericht verantworten.

Die Masche ist nicht neu, sie wird von Betrügern schon seit vielen Jahren immer wieder angewandt. Luka K. (23) und Sed Al-K. (24) sollen zwischen Oktober 2015 und Januar 2017 regelmäßig Waren angeboten haben, die Kunden gutgläubig bestellten und mittels Vorkasse bezahlten. Bekommen haben sie allerdings nichts.

Zum Verkauf angeboten wurde alles, was in der Ebay-Rubrik „Kleinanzeigen“ üblicherweise zu finden ist. Im Wesentlichen waren es Haushaltswaren aller Art und hochwertige Elektronik. Saugroboter und Küchengerätschaften waren ebenso darunter wie Werkzeug, Kameras, Notebooks der oberen Preisklasse und Flugdrohen. Die Angebote lagen zwischen 450 und 1000 Euro.

18 Taten begangen

Die Opfer zahlten gutgläubig. 18 Taten sollen die beiden Angeklagten gemeinsam begangen haben. Es wären womöglich noch etliche mehr geworden, wenn nicht ein Opfer bereits bei einem Geschäft zuvor auf die Masche hereingefallen wäre. Es erkannte die Mail-Adresse der vermeintlichen Verkäufer wieder und schaltete die Polizei ein.

Ohne Luka K., dafür aber mit mindestens drei Komplizen soll Sed Al-K. zudem stolze 30 weitere Betrugstaten zum Nachteil der Elektronik-Kette Media Markt begangen haben. Dort wurden teure Smartphones online bestellt und dann in diversen Filialen abgeholt worden sein. Die Täter sollen ein Online-Bezahlsystem geknackt und manipuliert und dadurch beim Abholen der Ware erfolgreich den Eindruck erweckt haben, die Handys seien ordnungsgemäß bezahlt worden.

Auch diese Masche flog irgendwann auf. Als Al-K. ein Gerät in einer Filiale in Tempelhof abholen wollte, gab es bereits einen Warnhinweis für alle Filialen. Der 24-Jährige wurde festgenommen. Im Falle eines Geständnisses stellte das Gericht „Strafrabatt“ in Aussicht, dreieinhalb bis vier Jahre, signalisierte der Vorsitzende am Dienstag. Bei Luka K. wäre da sogar eine vorangegangene Verurteilung zu zweieinhalb Jahren wegen Raubes mit einbezogen. von Der Prozess wird am 4. Februar fortgesetzt.