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Sigrid Nikutta

Chaos bei der U-Bahn: BVG-Chefin Nikutta stellt sich Kritik

Bei U-Bahn und Bussen häufen sich in Berlin die Probleme. Jetzt fordern SPD und Grüne Aufklärung von BVG-Chefin Sigrid Nikutta.

Sigrid Nikutta stellt sich den Fragen von SPD und Grünen (Archivbild)

Foto: dpa

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Berlin. Bei der Berliner U-Bahn ist es zu Wochenbeginn erneut zu Zugausfällen und Verspätungen gekommen. So fehlten etwa auf der Linie U7 im morgendlichen Berufsverkehr am Montag drei Züge, auf der U6 fiel ein Zugumlauf aus, wie ein Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bestätigte. Auch auf der U1 fehlte ein eingeplanter Zug. Der Ausfall ist für viele Fahrgäste besonders bitter, weil die U1 wegen der Bauarbeiten im Bereich U-Bahnhof Wittenbergplatz auch als Ersatz für die U2 und U3 fahren muss.

Als Hauptgrund dafür nannte ein BVG-Sprecher Vandalismusattacken, die die bestehende schwierige Fahrzeugsituation noch verschärft hätten. Bei „Graffitivorfällen“ in der Nacht zu Montag wurden demnach 22 Wagen an sicherheitsrelevanten Bereichen wie Fenster und Beleuchtung beschmiert.

BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta stellt sich Fragen

Wegen der Probleme bei der U-Bahn, aber auch im Bus- und Straßenbahnbereich muss sich die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta am Dienstag den Fragen der Abgeordneten von SPD und Grünen stellen. Am Wochenende hatten sich Vertreter beider Parteien gegenseitig Vorwürfe zur Lage im landeseigenen Verkehrsunternehmen gemacht.

So hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) davon gesprochen, dass sich Rückmeldungen häufen würden, dass „viele Dinge schlecht organisiert“ seien. Die BVG-Aufsichtratschefin Ramona Pop (Grüne) verwies ihrerseits auf die jahrelange Verantwortung der SPD für den Verkehrsbereich.

Der Personalrat führt die angespannte Lage bei der BVG aber auch auf die Arbeitsorganisation und fehlende Mitarbeiter zurück. „Wir haben eine Personalknappheit“, sagte der BVG-Personalrat für den Bereich Straßenbahn, Frank Kulicke, am Montag. Zwar versuche das Unternehmen gegenzusteuern. Jedoch seien die Einkommen der Beschäftigten vergleichsweise gering, sodass sich viele einen anderen Job suchen würden. Personalrat Kulicke forderte von der Politik, Verantwortung zu übernehmen. Sie müsse sich dazu bekennen, dass Nahverkehr koste. Er gab der Koalition und speziell der SPD eine Mitschuld an der jetzigen Situation der BVG.

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