Forschungszentrum

Berliner Senat will künstliche Intelligenz fördern

Ein entsprechendes Forschungszentrum soll nach Berlin geholt werden. Auch Google baut seine Aktivitäten enorm aus.

Abgeordnete sitzen während einer Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses im Plenarsaal.

Abgeordnete sitzen während einer Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses im Plenarsaal.

Foto: pa

Berlin. Nun also doch: Google baut seine Aktivitäten in Berlin enorm aus. Das Unternehmen lässt sich nicht davon bremsen, dass der mögliche Google-Campus in Kreuzberg im vergangenen Jahr durch Proteste von Anwohnern und unwilligen Bezirkspolitikern verhindert wurde. Am heutigen Dienstag wird das neue Berliner Büro des Internetkonzerns im historischen Forum auf der Museumsinsel eröffnet. Dazu fliegt der Konzern sogar Google-CEO Sundar Pichai nach Berlin ein. Der amerikanische Internetriese versucht, bereits mit der unternehmenseigenen Kantine sein ungebrochenes Verhältnis zur Stadt zu verdeutlichen: Sie heißt schlicht „Berliner Luft“. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) erklärte am Montag: „Die Eröffnung des neuen Google-Büros in Berlin ist ein herausragendes Zeichen für die Berliner Digitalwirtschaft.“

Für Google war Berlin in Deutschland bislang ein eher kleiner Standort. Etwa 130 Mitarbeiter des Konzerns arbeiten in Berlin – die Zahl könnte sich nach Informationen der Berliner Morgenpost in der neuen Repräsentanz mehr als verdoppeln. Die Rede ist von bis zu 300 Mitarbeitern. Berlin würde damit etwa zu Hamburg und München aufschließen – dort arbeiten jeweils über 500 Menschen für den Konzern.

Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz soll nach Berlin geholt werden

Vor der Eröffnung der Repräsentanz waren Spekulationen öffentlich geworden, der Konzern hätte noch viel größer investieren wollen: So war die Rede von einem geplanten Campus für künstliche Intelligenz (KI), den der Konzern gemeinsam mit Firmen wie dem deutschen Softwarehersteller SAP und der Telekom habe aufbauen wollen. Unter anderem hätte der Widerstand gegen den Google-Campus in Kreuzberg das Unternehmen von den Plänen abgebracht. Eine Sichtweise, die im Konzernumfeld nicht bestätigt wurde. Vielmehr will der Konzern seine Aktivitäten in Berlin weiter ausbauen – wohl besonders im Bereich künstliche Intelligenz. Wirtschaftssenatorin Pop: „Ich freue mich über das Vertrauen des Unternehmens in unseren Wirtschaftsstandort.“ Berlin biete insbesondere beim Thema KI gute Voraussetzungen.

Berlin, so Pop, sei schon jetzt der „maßgebliche Standort“ für KI in Deutschland. Momentan etwa werden 48 Prozent aller Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, in Berlin gegründet, auf Platz zwei folgt Bayern mit nur 15 Prozent. Damit das so bleibt, will der Berliner Senat die KI-Forschung in Zukunft fördern: So soll etwa das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) nach Berlin geholt werden. Bisher gibt es nur ein kleines Büro in der Stadt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wollen Wirtschafts- und Forschungsverwaltung dafür knapp eine Million Euro investieren, das DFKI in Berlin aufzuwerten. Das soll Thema in den kommenden Haushaltsbehandlungen sein. Grünen-Politikerin Pop erklärte: „Wir werden vor allem die unabhängige KI-Forschung stärker fördern.“

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