23 Jahre alter Berliner

Polizist in U5 angepöbelt - Mann festgenommen

In den sozialen Medien kursierte ein Handyvideo, das zeigt, wie ein Mann einen Objektschützer in der Bahn übel beleidigt und bedrängt.

Symbolbild

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Foto: Armin Weigel / dpa

Berlin. Der Mann, der in einer Berliner U-Bahn einen Objektschützer (zuständig für die Bewachung von Botschaften und Landeseinrichtungen) angepöbelt hat, ist am Freitagmittag identifiziert und gefasst worden. Am Sonnabend wird der 23 jahre alte Berliner einem Haftrichter vorgeführt.

Was zuvor passiert ist

Die etwa eine halbe Minute lange Videosequenz, die am 20. Januar bei Twitter hochgeladen wurde, hatte bis Montag bereits etwa dreizehntausend Aufrufe. Wann und wo genau sie aufgenommen wurde, ist bisher unklar. Zu sehen ist, wie ein junger Mann sich vor dem Polizisten aufbaut und ihn auf unflätige Weise beschimpft. „Ich habe weder Respekt vor Vater Staat, weder Respekt vor dir. Auf deine scheiß Uniform rotze ich, Alter. Hast du gerade gesehen?“ Der derart beschimpfte Mann bleibt ruhig und versucht zu deeskalieren.

Das hält den Pöbler allerdings nicht davon ab, noch weiter an den Wachschützer heranzurücken, bis er mit seinem Gesicht ganz nahe ist. Der Objektschützer hält schützend die Hand vor den Kopf und drückt den aggressiven Mann dann leicht von sich weg. Der reagiert mit einem Schlag in die Bauchgegend und weiteren Schimpftiraden. „Fass mich noch einmal an, du Wichser!“, droht der Pöbler. „Dann wirst du von mir ein paar in die Fresse kriegen. Dann kann ich dir versprechen, dass du tot bist.“ Wieder bleibt der Polizist ruhig, reagiert mit einem „Hey komm!“

Die kurze Sequenz wird im Netz rege kommentiert. Auch SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber reagiert, und zwar heftig. „Da könnte ich kotzen! Hat man dieses Arschloch ermittelt? Er muss zur Verantwortung gezogen werden“, twittert Schreiber.

Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost bestätigt ein Polizeisprecher, dass der Fall bekannt sei und eine Strafanzeige gegen den Pöbler vorliege. Auch das Social Media-Team der Berliner Polizei reagiert. „Was den Angreifer angeht: Man sieht sich immer zweimal im Leben (Anzeige ist raus). Was die Situation angeht: #Zivile Helden hätten auf verschiedene Arten helfen können... Ein Video des Geschehens ins Netz zu stellen, ist KEINE Hilfe." Fahrgäste sollten in solchen Fällen Aufmerksamkeit schaffen und gegebenfalls selbst dazwischengehen, riet die Polizei via Twitter. Außerdem könne man gezielt andere Fahrgäste ansprechen, die 110 wählen und unter Umständen die Notbremse ziehen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost spielte sich der Vorfall in der U5 ab zwischen Wuhletal und Kaulsdorf. Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung, Nötigung und Beleidigung.

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