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Arafat Abou-Chaker

Clan-Boss könnte schon bald wieder auf freiem Fuß sein

Der Vorwurf der Vorbereitung einer Straftat ist schwer zu beweisen. Die Gründe für die U-Haft müssen regelmäßig überprüft werden.

Das Anwesen von Arafat Abou-Chaker wurde im November 2018 von Einsatzkräften der Berliner Polizei durchsucht (Archivbild).

Foto: Morris Pudwell

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Berlin. Der Clan-Chef Arafat Abou-Chaker sitzt nach seiner Aufsehen erregenden Festnahme am Dienstag weiterhin in Untersuchungshaft. Dem 42-Jährigen wird, wie berichtet, vorgeworfen, die Entführung der Frau und der Kinder seines einstigen Geschäftspartner, des Rappers Bushido, vorbereitet zu haben. Die Vorbereitung einer Straftat sei allerdings oft schwer nachzuweisen, sagte der Sprecher des Berliner Landesverbandes der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro.

Die Staatsanwaltschaft habe sicherlich etwas gegen Abou-Chaker in der Hand, da sie sonst keinen Haftbefehle hätte erwirken können. Ob es Gründe für eine Untersuchungshaft gebe, müsse allerdings regelmäßig überprüft werden. „Es lässt sich also nicht ausschließen, dass er in den kommenden Tagen wieder freigelassen werden muss“, sagte Jendro.

Clan-Chef wohl abgetrennt untergebracht

Die Staatsanwaltschaft wollte sich – wie bei laufenden Verfahren üblich – auch am Donnerstag nicht zum Stand der Ermittlungen äußern. In der Justizvollzugsanstalt Moabit dürfte Abou-Chaker von befreundeten oder verfeindeten Weggefährten weitgehend abgetrennt untergebracht sein. Gefangene aus dem Bereich der organisierten Kriminalität würden grundsätzlich so untergebracht, dass sie „weder mit ihren eigenen Leuten noch mit denen der Konkurrenz Kontakt haben“, sagte der Sprecher der Justizverwaltung, Sebastian Brux. Zu Einzelfällen können er aus Gründen der Sicherheit und des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft geben.

Der Abou-Chaker-Clan gilt als der kleinste und im Vergleich zu anderen kriminellen Großfamilien unbedeutendste Clan aus dem arabischen Raum. Als Geschäftspartner des erfolgreichen Rappers Bushido stand Arafat Abou-Chaker dennoch schon vor Jahren im Rampenlicht. Er gilt als Führungsfigur des Clans, wurde trotz mehr als 30 Ermittlungsverfahren aber dennoch erst am Dienstag zum ersten Mal verurteilt. Die Staatsanwaltschaft sorgte bei dem Gerichtstermin für Aufsehen, weil sie Abou-Chaker und seinen Anwälten unmittelbar nach der Urteilsverkündung einen Haftbefehl wegen der mutmaßlich geplanten Entführung präsentierten.

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