Anzeige
Sanierungen

Diese Berliner Schwimmbäder machen jahrelang dicht

Berliner müssen sich auf monate- und teils jahrelange Schließungen wegen Sanierungen einstellen. Die Liste mit allen Bauvorhaben.

Das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg wird für zweieinhalb Jahre geschlossen (Archivbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / Helmut Meyer zur Capellen / picture alliance / imageBROKER

Anzeige

Berlin. Jahrelang wurde die Sanierung der Berliner Bäder vernachlässigt. Das soll sich 2019 ändern. Auf die Schwimmvereine, Schulen und alle anderen Badegäste kommen deshalb schwere Zeiten zu. Denn zehn der 61 Berliner Bäder werden in den kommenden drei Jahren saniert. Je nach Umfang der Baumaßnahmen bedeutet das Schließzeiten von einigen Monaten bis mindestens zweieinhalb Jahren.

Rund 60 Millionen Euro sollen in die Sanierung und Modernisierung fließen. „Möglich geworden sind diese Bauarbeiten dank der Unterstützung durch das Berliner Abgeordnetenhaus“, sagte Andreas Scholz-Fleischmann, Chef der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), bei der Vorstellung des Sanierungsplanes am Donnerstag. Während der teils jahrelangen Bauphasen soll es wintertauglichen Ersatz geben: Am Prinzenbad in Kreuzberg wollen die BBB ein kleines provisorisches Hallenbad einrichten. Im Kombibad Wedding soll über einem Becken eine Traglufthalle errichtet werden. „Ziel ist, dass diese zum Jahresende hin fertig sind“, sagte Scholz-Fleischmann weiter.

Das Abgeordnetenhaus hatte den Bäder-Betrieben im aktuellen Nachtragshaushalt 7,5 Millionen mehr Geld zur Verfügung gestellt. Außerdem hat das Parlament Ende des Jahres 2018 eine Rücklage in das Eigenkapital des Landesunternehmens in Höhe von 60 Millionen Euro gebildet. „Beides stellt ein wichtiges Bekenntnis des Abgeordnetenhauses für die Bäder dar“, sagte Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD). Man wolle den Investitionsstau von rund 170 Millionen Euro für die Infrastruktur endlich auflösen sowie den seit fünf Jahren geplanten Neubau der Bäder in Mariendorf und Pankow endlich voranbringen. Vor allem fünf große Projekte sollen 2019 begonnen werden:

Wellenbad am Spreewaldplatz

In diesem Spätherbst beginnen die Arbeiten am größten der Projekte: der Komplettsanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz in Kreuzberg. Das einzige Wellenbad Berlins wird dafür für mindestens zweieinhalb Jahre geschlossen. Die umfangreiche bauliche und technische Instandsetzung soll nach Angaben der BBB mindestens 15 Millionen Euro kosten.

Anzeige

Stadtbad Tiergarten

Ab 1. Juni wird das Stadtbad für zwei Jahre geschlossen. Das Gebäude sowie die Technik werden komplett überholt, zudem wird das Bad barrierefrei ausgebaut. Die Kosten dafür belaufen sich nach Angaben der BBB auf 12,1 Millionen Euro. Die Kosten dafür trägt der Bezirk mit Mitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau West.

Paracelsus-Bad

Im denkmalgeschützten Paracelsus-Bad in Reinickendorf beginnen die Arbeiten nach Absprache mit dem Schulamt mit Beginn der Sommerferien Mitte Juni (wir berichteten). Die Bauzeit beträgt mindestens zwei Jahre. Der Umbau kostet acht Millionen Euro.

Schwimmbad Helene-Weigel-Platz

Das Bad in Marzahn bekommt ein Edelstahlbecken. Vom 1. Mai bis November ist es geschlossen (zwei Millionen Euro).

Stadtbad Schöneberg

Die Lüftungsanlagen werden komplett ausgetauscht. Die Bauarbeiten beginnen am 1. Juni. Gleichzeitig beginnt der Wiederaufbau der Sauna. Diese musste vor zehn Jahren stillgelegt werden. Das Schwimmbad soll im November 2019, die Sauna 2020 in Betrieb gehen. Kosten: 3,5 Millionen Euro.

Arbeiten in fünf weiteren Bädern

In weiteren Bädern sind kleinere Arbeiten mit kürzeren Schließzeiten geplant: Im Stadtbad Wilmersdorf muss das komplette Wasserleitungssystem erneuert werden. Baubeginn: 13. Mai. Die Öffnung ist für Mitte September geplant (700.000 Euro). Im Stadtbad Lankwitz wird der Beton im Untergeschoss saniert. Beginn: 13. Mai. Ende: August 2019. Im Stadtbad Märkisches Viertel beginnen Ende April Bauarbeiten, um etwa die Sprunganlage instand zu setzen. Das Bad soll Ende August wieder öffnen. Bereits im Februar soll die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in der Wettkampfhalle saniert werden. In der Folge kommt es zu Einschränkungen bei der Nutzung des anderen 50-Meter-Schwimmbeckens, das sonst meist der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Die Grundsanierung der Schwimmhalle in Buch, die bereits seit knapp einem Jahr andauert, geht voran. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen.

Mehr zum Thema:

Nicht nur die Bäder, auch der Betrieb braucht einen Neustart

Diese Bäder bleiben im Sommer geschlossen

Wo Lichtenberg in Zukunft baden gehen kann

Stadtbad Tiergarten bekommt Außenbecken

Kreuzberger Schüler und Vereine sitzen auf dem Trockenen