Prozesse

Rentnerin aus Frust erschlagen? Angeklagter schweigt

Die Statue der Justitia ist zu sehen. 

Die Statue der Justitia ist zu sehen. 

Foto: dpa

Berlin. Nach dem gewaltsamen Tod einer 84 Jahre alten Frau in Berlin-Prenzlauer Berg hat ihr mutmaßlicher Mörder vor dem Landgericht geschwiegen. Der 24-Jährige soll im Mai 2018 aus Frust willkürlich an einer Wohnungstür geklingelt und die ihm unbekannte Seniorin attackiert haben. Er habe die arg- und wehrlose Frau durch zahlreiche Schläge mit ihrem Einkaufstrolley getötet, heißt es in der am Freitag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Die Frau verstarb in ihrer Wohnung. Der Sohn fand seine tote Mutter am nächsten Tag.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der aus Kamerun stammende Angeklagte heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen handelte. Er sei "zunehmend frustriert über seine Lebenssituation, unzufrieden und sexuell angespannt" gewesen, heißt es in der Anklage. Kurz vor der Tat habe er in einer Rettungsstelle eine Frau sexuell belästigt.

Der vorbestrafte Mann war durch am Tatort sichergestellte DNA-Spuren in das Visier der Ermittler geraten. Zwei Wochen nach dem Verbrechen wurde der abgelehnte Asylbewerber in einer Einrichtung für Wohnungslose in Brandenburg an der Havel festgenommen. Für den Prozess sind vier weitere Tage bis zum 25. Januar angesetzt.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.