Tourismus

Berlin stellt für Besucher mehr als 200 Info-Säulen auf

Die ersten Info-Stelen werden im Herbst installiert. Die Säulen bieten Texte und eine Umgebungskarte zum Standort an.

So sehen die Info-Säulen aus

So sehen die Info-Säulen aus

Foto: Arbeitsgemeinschaft ON architektur - Weidner Händle Atelier

Berlin. „Es ist Zeit für Berlin!“ Mit diesem Slogan wirbt die Berlin-Marketing Agentur Visit Berlin für einen Besuch in der Hauptstadt. Mit Erfolg. Mit rund 13 Millionen Gästen pro Jahr liegt Berlin in der Liste der beliebtesten Reiseziele Europas nach London und Paris immerhin auf Platz drei.

Angekommen in der „Stadt der Freiheit“ – so ein weiterer Werbe­slogan der Berlin-Werber – laufen die Besucher allerdings Gefahr, vor lauter Freiheit die Orientierung zu verlieren. Wo ist noch mal das Rote Rathaus? Welche weiteren Sehenswürdigkeiten gibt es in der Nähe des Schlosses Charlottenburg? Oder – ganz schlicht: Wo bin ich hier eigentlich? Mit solchen Fragen fühlen sich Touristen mitunter alleingelassen. Das glauben zumindest die Fachleute in der Senatsverwaltung für Verkehr. Die Behörde will daher nun 226 Informationssäulen aufstellen. Die Stelen sollen den Weg zu touristischen Attraktionen weisen. Ausschnitte eines Stadtplanes sollen die Orientierung erleichtern. Bei der digitalen Variante sollen Nutzer mithilfe eines Touchscreens auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten erhalten.

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne), unter deren Verantwortung die Stelen konzipiert wurde, bezeichnete diese als „Meilenstein“. „Berlin bekommt eine ganz neue Visitenkarte“, sagte Günther. Der Staatssekretär der Wirtschaftsverwaltung, Christian Rickerts, sagte, in der Tourismuswirtschaft würden jährlich rund zwölf Milliarden Euro umgesetzt. Die neuen Säulen seien ein Beitrag für eine bessere Infrastruktur dieses Bereiches. Rickerts verwies darauf, dass die Stelen nicht nur in der Innenstadt aufgestellt werden, sondern auch auf Attraktionen in den Außenbezirken hinweisen sollen. „Die Vielfalt Berlins findet sich in den Kiezen“, sagte Rickerts.

Die ersten Stelen gibt es am Alex und am Zoo

Ab Herbst dieses Jahres sollen zunächst acht Stelen installiert werden. Standorte dieser Pilotphase sind der Alexanderplatz, der Bereich Zoologischer Garten, das Schloss Charlottenburg, die Altstadt Köpenick sowie der Tierpark und Dahlem-Dorf. Eine Evaluation soll zeigen, wie sich die Stelen im Alltag bewähren, ob sie gut angenommen werden und wie sie Graffiti und Vandalismus standhalten. Von 2020 bis 2023 will die Verwaltung dann weitere 218 Stelen aufstellen. Die Kosten belaufen sich laut Günther auf 13 bis 14 Millionen Euro.

Für Verwunderung dürfte es bei einigen Gästen sorgen, dass die Audio­informationen nur in Englisch und Deutsch gehalten sind. Günther sagte hierzu, sie glaube, „dass sehr viele Gäste englisch sprechen“. Nach der Pilotphase könnten aber auch weitere Sprachen hinzukommen. Über die Gestaltung der Stelen wurde ab 2017 in einem Wettbewerb entschieden. Die Jury hatte dabei unter 13 Bewerbern zu entscheiden. Die Verhandlungen mit den Preisträgern führte die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin. Den Zuschlag erhielt die Arbeitsgemeinschaft der Büros ON Architektur und Weidner Händle Atelier.

Die Vorder- und die Rückseite der von der Gemeinschaft entworfenen Stelen bestehen aus einer saphirblauen lackierten Aluminiumverkleidung. Damit soll an die Gestaltung der bereits vor Jahren installierten Wegweiser angeknüpft werden, die im Stil der Berliner Straßenschilder den Weg zu Sehenswürdigkeiten weisen. Die Stelen sind etwa 2,40 Meter hoch, die größere Variante misst in der Breite 80 Zentimeter, die schmalere 50 Zentimeter. An den Seiten ist ein Notrufknopf vorgesehen.

„Die Stelen sollten etwas Freundliches haben“

Beim Design haben sich die Macher an für Touristen gedachten Informationsstelen in New York orientiert. Diese seien zwar bereits vor Jahrzehnten in­stalliert worden, sie würden aber immer noch ihren Zweck erfüllen und zeitgemäß wirken. „Die Stelen sollten etwas Freundliches haben“, sagte Christian Fuchs vom Büro ON Architektur. Bei der Gestaltung der Schrift und der Karte sei vor allem eine gute Lesbarkeit wichtig gewesen.

Auf der Vorderseite der Stelen befindet sich ein Grafikfenster mit einer Orientierungskarte, auf der Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Eine kleinere Karte soll praktische Informationen zu Taxiständen, Toiletten oder etwa Polizeidienststellen geben. Die digitale Variante soll digitale Schnittstellen bereithalten.