Stickoxid in Berlin

Grenzwerte werden trotz Tempo 30 überschritten

Tempo 30 auf Tempelhofer Damm, Potsdamer Straße und Hauptstraße hat keine wesentliche Verbesserung gebracht.

Tempo-30-Schild an der Leipziger Straße in Berlin (Archivbild).

Tempo-30-Schild an der Leipziger Straße in Berlin (Archivbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / Sascha Steinach / picture alliance / ZB

Berlin. Tempo 30 auf viel befahrenen Straßen soll die Luftverschmutzung in Berlin verringern und dazu beitragen, die von der EU vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten. Doch ein schneller Erfolg ist nicht in Sicht. Das zeigen die Modellversuche zur Geschwindigkeitsbegrenzung, die im vergangenen Jahr an drei großen Straßen in Tempelhof-Schöneberg begonnen haben.

Auf dem Tempelhofer Damm gilt Tempo 30 seit Anfang September zwischen Alt-Tempelhof und Ordensmeisterstraße. Der vorläufige Stickstoffdioxid-Mittelwert für 2018 liegt bei 45 Mikrogramm pro Kubikmeter, gemessen vom 2. Januar bis 20. November 2018. Etwa 2,1 Millionen Fahrzeuge waren im September und Oktober auf dem Abschnitt unterwegs. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm könne am Messpunkt Tempelhofer Damm 148 im Jahresmittel nicht eingehalten werden, sagte Staatssekretär Stefan Tidow von der Senatsumweltverwaltung auf Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier.

Tempo 30 auf der Potsdamer Straße

Gleiches gilt für die Potsdamer Straße. Seit Anfang Juni darf zwischen Potsdamer Platz und Kleistpark nur noch Tempo 30 gefahren werden. Rund vier Millionen Fahrzeuge rollten von Juni bis Ende Oktober auf dieser Strecke. Der errechnete Stickstoffdioxid-Mittelwert für 2018 liegt nach Auskunft des Staatssekretärs bei 52 Mikrogramm pro Kubikmeter.

An der Hauptstraße wurde das Tempolimit zum 3. September zwischen Kleistpark und Innsbrucker Platz eingeführt. Knapp 1,9 Millionen Fahrzeuge wurden im September und Oktober gezählt. Bei 54 Mikrogramm je Kubikmeter liegt der Stickstoffdioxid-Mittelwert, der für den Zeitraum Januar bis Ende November errechnet wurde. Die Ampeln wurden an die geringere Geschwindigkeit angepasst. Die Modellversuche laufen auf etwa sieben Kilometern. Wegen der hohen Stickoxidbelastung in der Luft drohen auch in Berlin Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. In 70 deutschen Städte wird der zulässige EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter nicht eingehalten.

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