Obdachlosigkeit

Rückkehrprojekt für polnische Obdachlose wird fortgesetzt

Sozialarbeiter wollen Obdachlosen aus Polen helfen in ihre Heimat zurückzukehren. Die Finanzierung des Projekts ist noch offen.

In diesem Jahr sollen Obdachlose statistisch erfasst werden.

In diesem Jahr sollen Obdachlose statistisch erfasst werden.

Foto: Thomas Koehler/photothek.net / imago/photothek

Berlin. Polnische Sozialarbeiter wollen auch in diesem Jahr Obdachlose von den Straßen Berlins holen und in ihre Heimat zurückbringen. Das bestätigte Ewa Sadowska, Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Barka, am Freitag der Berliner Morgenpost. Das Projekt werde fortgesetzt, obwohl die weitere Finanzierung offen sei. So warte man laut Sadwoska weiter auf die Anschlussfinanzierung durch den polnischen Senat, die zweite Parlamentskammer in Warschau.

Von September bis Dezember vergangenen Jahres hat ein Sozialarbeiter gemeinsam mit einem Ex-Obdachlosen im Auftrag von Barka Landsleute, die in Berlin auf der Straße leben, zu einer Rückkehr in ihr Heimatland bewegt. Laut Angaben der Hilfsorganisation ist das in 20 Fällen gelungen. Die Obdachlosen wurden entweder in ihren Heimatort zurückgebracht oder sind in Hilfseinrichtungen von Barka untergekommen.

Polnische Botschaft geht von 2000 Obdachlosen in Berlin aus

Polens Regierung hatte mit der Finanzierung des Heimkehrer-Projekts auf einen Hilferuf von Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) im Oktober 2017 reagiert. Er ließ damals Obdachlosenlager im Tiergarten auflösen und drohte, aggressive osteuropäische Wohnungslose abzuschieben. Wie viele Obdachlose in Berlin leben, ist unklar. Eine statistische Erfassung soll erst in diesem Jahr beginnen.

Aber die polnische Botschaft in Berlin geht alleine von 2000 Obdachlosen aus Polen aus. Lange war unklar, ob Polen die Sozialarbeiter überhaupt bezahlen wird. Schließlich genehmigte das Land lediglich 37.500 Euro, statt der angekündigten sechs Sozialarbeiter waren im vergangenen Jahr nur zwei in Berlin unterwegs.

Nach anfänglicher Skepsis ist auch die Berliner Senatsverwaltung für Soziales mit der Arbeit der Hilfsorganisation Barka zufrieden. An der Finanzierung beteiligen wolle man sich aber nicht. Laut Sadowska soll in den nächsten Tagen der 21. Obdachlose nach Polen zurückkehren.

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