Ex-Gedenkstättenleiter

Erster öffentlicher Auftritt: Union lädt Hubertus Knabe ein

Bei einem Pressegespräch der Fraktion soll Hubertus Knabe am Montag als Experte auftreten.

Der ehemalige Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe.

Der ehemalige Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Gut drei Wochen nach seinem endgültigen Abschied als langjähriger Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen will Hubertus Knabe erstmals wieder an die Öffentlichkeit treten. Wie die Berliner CDU-Fraktion mitteilte, soll Knabe am Montag bei einem Pressegespräch der Fraktion auftreten. Grund für die Einladung: Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus hat ebenfalls für Montag zu einer Diskussion geladen. Thema: der 100. Jahrestag der Gründung der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands).

Die Linke verspricht einen Rückblick „auf die widerspruchsvolle und wechselvolle Geschichte dieser Partei“. Die CDU sieht darin den Versuch, den Kommunismus „trotz des unbeschreiblichen Leids, das er über Berlin, Deutschland und Europa gebracht hat, und trotz seiner antidemokratischen und gegen die Freiheit des Einzelnen gerichteten Zielsetzung wieder gesellschaftsfähig“ zu machen. 30 Jahre nach dem Mauerfall gelte es, einer „Verniedlichung der kommunistischen Ideologie“ entgegenzuwirken, sagte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Burkard Dregger.

Hubertus Knabe war vorgeworfen worden, als Leiter der Gedenkstätte zur Erinnerung an das Unrecht des SED-Regimes sexuellen Anspielungen seines Stellvertreters nicht entschlossen genug entgegengetreten zu sein. Der Stiftungsrat hatte daraufhin seine Ablösung betrieben. Vor drei Wochen hatten Knabe und die Stiftung sich auf einen Vergleich mit einer Abfindungszahlung geeinigt. Teile der CDU hatten Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bei dem über Wochen schwelenden Streit vorgeworfen, Knabes Ablösung wegen seines konsequenten Erinnerns an das SED-Unrecht betrieben zu haben.

Die Einladung von Knabe zu dem CDU-Pressegespräch stehe aber in keinem Zusammenhang mit dem Streit um seine Ablösung als Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, sagte Dregger. „Herr Knabe ist wegen seiner wissenschaftlichen Arbeit sehr angesehen und ein anerkannter Experte. Es liegt nahe, auf sein Know-how zurückzugreifen“, sagte Dregger.

Die Linke-Fraktionschefin Carola Bluhm sagte, die Veranstaltung solle der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dienen. „Man kann nur aus der Geschichte lernen, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt“, sagte Bluhm. Die Kritik der CDU verwundere sie.

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