U2 und U3 gesperrt

BVG verteilt an Fahrgäste Brownies gegen den Frust

Ab heute sind die Linien U2 und U3 unterbrochen. Ein U-Bahn-Chaos blieb zum Start aus. Die BVG rüstet sich für den kommenden Montag.

Fahrgäste informieren sich über die Sperrungen.

Fahrgäste informieren sich über die Sperrungen.

Foto: Charlene Rautenberg

Berlin. Fahrgäste, die mit der U-Bahn von Osten in Richtung Westen oder umgekehrt fahren wollen, müssen geduldig sein. Ihre Züge kommen zum Stehen, Durchsagen fordern zum Aussteigen auf und bitten „um Verständnis“. Der Grund: Die Linien U2 und U3 sind in beiden Richtungen bis zum 24. Februar unterbrochen, weil am U-Bahnhof Wittenbergplatz die Weichen erneuert werden.

Auf den Abschnitten zwischen Zoologischer Garten und Gleisdreieck (U2), sowie Krumme Lanke und Spichernstraße (U3) werden in dieser Zeit keine Züge fahren. Auch Ersatzbusse werden die Berliner Verkehrsbetriebe nicht einsetzen, denn die Straßen der westlichen Innenstadt seien schon jetzt überlastet.

An den Bahnhöfen weisen an vielen Stellen Poster und Aufsteller auf die Sperrungen hin, zusätzlich stehen auf den Bahnsteigen der U-Bahnhöfe Zoologischer Garten und Gleisdreieck bereits Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe. Sie beraten die Fahrgäste auf Deutsch und Englisch über Umfahrungsmöglichkeiten und verteilen Brownies. „Noch ist die Lage hier entspannt, ab Montag wird es interessant“, sagt eine Mitarbeiterin. Denn für viele ist es der erste Arbeitstag nach den Weihnachtsferien und auch die Kinder müssen wieder zur Schule.

Viele Fahrgäste sind sichtlich verwirrt

Auch wenn der große Andrang noch ausbleibt, stehen schon einige Fahrgäste sichtlich verwirrt vor den vielen Hinweistafeln. Touristengruppen mit Koffern beraten sich laut auf Englisch, Italienisch und Französisch über ihre Weiterfahrt. Joanna Garzia aus Charlottenburg hat es eilig, denn sie muss zur Probearbeit ins Kaufhaus des Westens (KaDeWe) an der Tauentzienstraße und ist schon spät dran.

Die Karte mit den bunten Markierungen versteht die 46-Jährige nicht. Eine Mitarbeiterin der BVG erklärt ihr, dass sie vom Zoologischen Garten in die U-Bahnlinie 9 bis zum Kurfürstendamm und von dort aus in die U1 bis zu ihrem Ziel am Wittenbergplatz umsteigen muss. „Da verliert man natürlich zehn Minuten“, sagt Joanna Garzia und steigt in ihren Zug.

Wie er an sein Ziel kommen soll, weiß auch Erhan Yilmaz nicht. Der 28-Jährige studiert an der Beuth Hochschule für Technik – normalerweise nimmt er die Linie U2 bis zum Zoologischen Garten und steigt dort in die U9, um bis zur Amrumer Straße zu fahren. Auf einem Aufsteller liest er, dass er vom U-Bahnhof Gleisdreieck mit der U1 bis zum Kurfürstendamm und dort umsteigen muss. Für ihn ändert das nicht viel, doch er ärgert sich trotzdem. „Die ständigen Unterbrechungen nerven mich“, sagt er.

Auch U-Bahnhof Bülowstraße kann nicht genutzt werden

Die Sperrung am Wittenbergplatz führt auch dazu, dass der von den Arbeiten nicht direkt betroffene U-Bahnhof Bülowstraße nicht genutzt werden kann. Fahrgäste der unterbrochenen Linie U3 müssen auf die U7, U9 und U1 umsteigen. Das wird nicht immer ganz einfach sein, denn am U-Bahnhof Spichernstraße verhindert etwa eine Baustelle den direkten Übergang von der U3 zur U9.

Dort wird bereits seit Monaten ein Aufzug eingebaut, die Bauarbeiten sollen noch bis Mitte 2020 andauern. Zwischen Hohenzollernplatz und Kurfürstendamm fährt die Buslinie 249 – für gewöhnlich im 10- bis 20-Minutentakt. Auch die Linie U7 wird ab Freitag für acht Wochen unterbrochen. Zwischen Grenzallee und Britz-Süd werden dann keine U-Bahnen fahren.

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