Kein frisches Bargeld

Geldkuriere setzen Streik in Berlin am Freitag fort

Bei der Sparkasse kann es zu Leerläufen einzelner Automaten kommen. Volksbank empfiehlt, Geld im Supermarkt auszahlen zu lassen.

Streikende Geldtransport-Fahrer (Symbolfoto)

Streikende Geldtransport-Fahrer (Symbolfoto)

Foto: dpa

Berlin. Die Gewerkschaft Verdi weitet den Warnstreik bei den Geldtransporterfahrern auf Freitag aus. „Die Streikleitung hat bei der Kundgebung beschlossen, den Arbeitskampf am Freitag fortzusetzen“, sagte Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter Benjamin Roscher. Vor dem Start der sechsten Verhandlungsrunde zwischen der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) und Verdi hatten sich am Donnerstag nach Angaben der Gewerkschaft rund 220 Streikende vor dem Sitz der Arbeitnehmervertreter in der Friedrichstraße zu einer Kundgebung getroffen. Der Ausstand dauert bereits seit Mittwoch an. Hintergrund ist der laufende Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern um höhere Löhne.

In Berlin und Brandenburg hatten sich an der Arbeitsniederlegung Mitarbeiter der Firmen Prosegur in Potsdam und Ziemann in Berlin-Marzahn beteiligt. Bei den beiden Unternehmen seien laut Gewerkschaft an den Streiktagen bis zu 80 Prozent der Fahrten ausgefallen. Der Handelsverband in Berlin betonte am Donnerstag erneut, bislang noch keine Auswirkungen des Streiks zu spüren. „Bisher sind an uns aber keine Einschränkungen herangetragen worden und wir gehen auch nicht davon aus“, sagte ein Sprecher. Auch Banken hatten betont, dass die Versorgung mit Bargeld sichergestellt ist.

Bargeld in Supermärkten, Tankstellen oder Baumärkten auszahlen lassen

Die Berliner Volksbank erklärte, sie habe allerdings keinen Einfluss auf die Dauer des Warnstreiks und damit auch nicht auf die Befüllung der Geldautomaten. „Bei einem länger andauernden Warnstreik und damit verbundenen möglichen Engpässen empfehlen wir unseren Kunden, sich Bargeld gleichzeitig mit ihrem Einkauf in Supermärkten, aber auch bei Tankstellen oder in Baumärkten auszahlen zu lassen“, so die Volksbank-Sprecherin weiter.

Bei der Sparkasse kann es zu Leerläufen einiger Automaten kommen. Ein Sprecher der Berliner Sparkasse erklärt: "Unsere SB-Geräte werden heute und auch morgen weiter befüllt, wenn auch in reduziertem Umfang. Die Bargeldversorgung in unseren Filialen ist nach wie vor gesichert, es kann jedoch zu Leerläufen einzelner Automaten kommen."

Verdi will für die bundesweit rund 12.000 Beschäftigten eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro für zwei Jahre in Folge durchsetzen sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Laut der Gewerkschaft liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1800 bis 2400 Euro und im Westen bei 2200 bis 2900 Euro brutto pro Monat. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

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