Silvester in Berlin

Berliner Feuerwehr: Null Toleranz bei Angriffen auf Helfer

Nach zahlreichen Übergriffen im Vorjahr: Die Berliner Feuerwehr will jeden Angriff in der Silvesternacht dokumentieren und anzeigen.

Am Silversterabend schlug eine Rakete dieses faustgroße Loch in die Seitenscheibe des Rettungswagens

Am Silversterabend schlug eine Rakete dieses faustgroße Loch in die Seitenscheibe des Rettungswagens

Foto: ASB

Die Berliner Feuerwehr hat für dieses Jahr eine Null-Toleranz-Strategie bei Angriffen auf Rettungskräfte zum Beispiel mit Böllern oder Raketen angekündigt. Jeder Vorfall werde dokumentiert und zur Anzeige gebracht, sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen der Berliner Morgenpost am Donnerstag. Grund seien die vielen Angriffe in den vergangenen Jahren. So gab es 2017 in der Silvesternacht 57 dokumentierte Angriffe auf Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr und acht auf Einsatzkräfte.

„Es ist für mich nicht nachvollziehbar und tolerierbar, dass es zu Gewalt gegen Einsatzkräfte kommt“, sagte Homrighausen. Man werde als Berliner Feuerwehr in enger Absprache mit der Polizei dagegen vorgehen. Allerdings lehnte Homrighausen Forderungen, die Feuerwehr solle grundsätzlich nur in Begleitung mit der Polizei ausrücken, ab. Das sei bei den Einsatzzahlen schlichtweg nicht leistbar. „Es ist auch nicht im Sinne der Berliner Feuerwehr, zu jedem Einsatz unter Polizeischutz zu fahren“, sagte Homrighausen weiter.

Einsätze an Sonnenallee oder Pallasstraße gefährlich

„Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, bei dem wir wissen, dass es unsicher wird, dann fordern wir Polizeischutz an“, sagte Homrighausen weiter. Beispiele seien etwa Einsätze an der Sonnenallee in Neukölln oder an der Pallasstraße in Schöneberg. Sei die Gefahr zu groß, werde man mit dem Einsatz auch warten. „Das ist eine taktische Einschätzung, die man treffen kann“, so Homrighausen. Man stehe auch in diesem Jahr im engen Austausch mit der Polizei. So wird etwa ein Polizeibeamter in der Leitstelle der Feuerwehr sitzen und ein Feuerwehrmann in der Leitstelle der Polizei. So soll eine enge Abstimmung möglich sein.

Die Silvesternacht ist für die Berliner Feuerwehr eine der arbeitsreichsten Nächte des gesamten Jahres. An regulären Tagen bewältigt sie in 24 Stunden 1400 Einsätze. In der Silvesternacht 2017 waren es allein in der Zeit von 19 Uhr bis 6 Uhr knapp 1600. Insgesamt ist die Berliner Feuerwehr in diesem Jahr mit 1389 Helfern im Einsatz, darunter 469 Kräfte der freiwilligen Feuerwehren. In einer regulären Nacht sind es 481. Auch in der Leitstelle der Feuerwehr wurde das Personal deutlich aufgestockt. Dort arbeiten in der Silvesternacht 72 Kräfte. Das ist fast doppelt so viel wie üblich.

Feuerwachen an Großem Stern und Brandenburger Tor

Für die Party „Welcome 2019“ am Brandenburger Tor, zu der mehr als 100.000 Besucher erwartet werden, sollen zwei Feuerwachen am Großen Stern und am Brandenburger Tor errichtet werden. Das Deutsche Rote Kreuz ist zudem mit 140 Helfern und Ärzten vor Ort. Nummerierte Laternen sollen es den Feiernden außerdem erleichtern, den genauen Ort von Vorfällen an die Rettungskräfte weiterzugeben.

Zu der aktuellen Diskussion über ein Verbot von Silvesterfeuerwerk äußerte sich Feuerwehrchef Karsten Homrighausen zurückhaltend. Die Feuerwehr setze vorerst auf Informationen darüber, wie man Böller und Raketen sicher abbrennt, um Unfälle und Brände zu vermeiden. Eine Warnung sprach Homrighausen jedoch für nicht zugelassene Feuerwerkskörper aus, die wegen ihrer hohen Sprengkraft häufig für schwere Verletzungen sorgen. Er selbst kaufe keine Feuerwerkskörper, sagte Homrighausen zudem.

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