Sicherheit

Wie Sie Silvester legal knallen - und sicher

Silvester werden wieder zahlreiche Menschen Verletzungen durch Feuerwerk erleiden. Worauf man achten sollte, wie man sich schützen kann.

Ein Silvesterböller wird entzündet (Symbolbild)

Ein Silvesterböller wird entzündet (Symbolbild)

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Am heutigen Freitag startet der Verkauf von Raketen und Böllern. Wer sich an einige Regeln hält und beim Kauf auf ein paar Details achtet, kann zu Silvester sicher knallen. Denn böllern muss nicht gefährlich sein. Wir haben die wichtigsten Informationen für sie gesammelt:

Achten Sie auf Prüfsiegel : Bei den für den deutschen Markt bestimmten Knallkörpern ist die Menge an Schwarzpulver stark begrenzt. Geprüftes Feuerwerk erkennen Käufer an dem sogenannten CE-Zeichen und der Registriernummer. Diese enthält die Nummer der Stelle, die die Feuerwerkskörper geprüft hat. In Deutschland ist das die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Sie hat die Kennnummer 0589, die am Anfang jeder Registriernummer steht. Es folgt die Feuerwerkskategorie (F1 oder F2).

Welche Kategorien es gibt: Zur Kategorie F1 gehören eher harmlose Feuerwerkskörper wie Knallerbsen und Tischfeuerwerk. Sie dürfen das ganze Jahr über und von Minderjährigen ab zwölf Jahren gekauft werden. Raketen, Feuerwerksbatterien und Böller aller Art gehören zur Kategorie F2. Diese dürfen nur befristet und nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden. In diesem Jahr ist der Verkauf laut BAM vom 28. bis zum 31. Dezember gestattet. Der Berliner Senat will sich ab dem kommenden Jahr dafür einsetzen, dass der Verkauf auf zwei Tage eingeschränkt wird.

Sicherheitshinweise beachten: Das BAM empfiehlt bei Raketen einen Sicherheitsabstand von acht Metern, bei kleineren Krachern einen Meter Abstand. Wer Raketen starten lässt, sollte bedenken, dass Raketen deutlich stabiler stehen, wenn sie nicht bloß in einer Sektflasche stecken, sondern sich die Flasche in einem Getränkekasten befindet. Grundsätzlich sollten Knaller nicht in der Hand gezündet werden. Es droht der Verlust von Gliedmaßen. Böller der Kategorie F2 sind nur im Freien zu verwenden.

Was tun bei Verletzungen : Natürlich kann es trotz aller Vorsicht zu Verletzungen kommen. Bei kleineren Verbrennungen rät das Deutsche Rote Kreuz (DRK), sofort zu kühlen. Größere Wunden an der Hand müssen so schnell wie möglich steril abgedeckt werden. Verliert jemand in kurzer Zeit viel Blut, sollte man sofort die 112 wählen. Das gilt besonders, sollte das Opfer Finger oder Fingerteile verloren haben. Diese sollte man den Rettungskräften mitgeben. Es besteht die Chance, dass sie angenäht werden können.

Trifft das Feuerwerk ins Auge, rät das DRK, beide Augen zu verbinden, bis der Arzt kommt. Nur so könne man sichergehen, dass das verletzte Auge nicht mehr bewegt wird. Auch für Zuschauer kann Feuerwerk gefährlich sein: Jeder zweite Patient mit Augenverletzungen in der Silvesternacht war im vergangenen Jahr nur Zuschauer.

Knallzeiten beachten: In Berlin dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F2 vom 31. Dezember um 18 Uhr bis zum 1. Januar um sieben Uhr morgens gezündet werden.

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