Verkaufsoffener Sonntag

Endspurt für den Weihnachtseinkauf in Berlin

Die Läden der City West sind zum verkaufsoffenen Sonntag am vierten Advent festlich dekoriert. Neu ist ein Lieferservice.

Auch am heutigen Sonntag werden wieder Geschenke ausgeliefert.

Auch am heutigen Sonntag werden wieder Geschenke ausgeliefert.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. „Ein bisschen Schnee dürfte sein“, sagt Maren Fischer. Das würde gut zur Weihnachtsbeleuchtung in der City West passen und das Einkaufen in der Vorweihnachtszeit irgendwie ein bisschen gemütlicher machen. Eine neue Winterjacke werde sie sich jetzt suchen, auch wenn es zum Anprobieren fast ein wenig zu warm sei. Sagt die Berlinerin und geht einkaufen.

Nils Busch-Petersen, Geschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbandes, ist so zufrieden mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft, wie es der Chef des Verbandes überhaupt sein kann. Der Handel habe noch große Erwartungen an den letzten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr. „Auch gerade im Bereich warmer Textilien zieht das Interesse jetzt erst an, wo es ein bisschen kälter geworden ist“, sagt er. Besonders beliebt seien als Weihnachtsgeschenke auch in diesem Jahr wieder Gutscheine. „Dazu kann man stehen, wie man will, aber letztlich ist so ein Gutschein für alle eine Win-win-Situation“, sagt Busch-Petersen.

Im Internet wird recherchiert, gekauft dann im Laden

Im KaDeWe hat man dennoch ein paar Geschenketrends ausgemacht. In Sachen Fashion sei es entweder der klassische schwarze Cashmere-Rolli oder im Kontrast dazu ein Ugly Christmas Sweater. Für Kinder würde gern die „Tonies Box“ oder das Spiel des Jahres „Gravitrax“ von Ravensburger Azul gekauft. Dauerbrenner seien die Küchenmaschine KitchenAid sowie personalisierte Weihnachtsbaumherzen, Duftkerzen oder ein schöner Bademantel. Außerhalb der Konkurrenz liefen auch immer festlich verpackte Süßwaren oder alkoholische Getränke, so Sprecherin Marie-Theres Lehmann.

Busch-Petersen sagt über die Entwicklung von Online-Handel und stationären Handel: „Ich denke, beides kann in Harmonie miteinander existieren. Wir haben den Eindruck, dass viele Kunden inzwischen zwar im Internet recherchieren, das gewünschte Produkt dann aber doch in einem Laden kaufen.“ Auf die Frage, was ihm in diesem Jahr an den Angeboten besonders gut gefallen hat, nennt er das „Wimmelbild-Weihnachtspapier“, mit dem sich das Erzbistum Berlin zum ersten Mal auf seine Weise ins Weihnachtsgeschäft einmischt. Das Papier zeigt versteckt auf einer Art Karte des Erzbistums die Protagonisten der Weihnachtsgeschichte: Umgeben von Segway-Fahrern und Autos sind Maria und Josef am Brandenburger Tor unterwegs auf der Suche nach einer Herberge, die Heiligen Drei Könige hängen an einer Ampel am Rügendamm fest. „Es geht darum, den Grund des Schenkens zu thematisieren und mit dem Wimmelbild zu zeigen, dass Gott nicht nur irgendwann irgendwo in Bethlehem in die Welt gekommen ist, sondern auch hier mitten unter uns“, sagt Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums. Ein Thema, das auch Erzbischof Heiner Koch so wichtig war, dass er Anfang Dezember im KaDeWe Geschenke in das Papier wickelte.

Traditionell zur Adventszeit hat auch das Bikini-Haus dieses Jahr seine nunmehr dritte Geschenkpapier-Edition, die bis einschließlich 24. Dezember kostenfrei erhältlich ist. Auf der Eventfläche vor dem Panoramafenster können sich Kunden ihre Präsente einpacken lassen oder selbst zu Papier und Schere greifen. Neu ist in der City West in diesem Jahr ein Service, den Ende Oktober die AG City und die Pin AG ins Leben gerufen haben. Wer seine Geschenke nicht selbst nach Hause schleppen oder noch über den Weihnachtsmarkt bummeln möchte, kann sich der Citybringer bedienen. Inzwischen sind acht Lastenfahrradfahrer für 36 Händler unterwegs. Geliefert wird bis Zehlendorf, sagt Projektleiter Carsten Gießler. 2019 soll die Kooperation auch auf die Hotellerie ausgeweitet werden, um Touristen beim Einkaufen zwischendurch zu entlasten. Je nach Konzept bieten die Händler den Service gratis an, knüpfen ihn an einen bestimmten Warenwert oder beteiligen den Kunden am Lieferpreis.

Wer am vierten Advent geöffnet hat

Einkaufscenter:

13 bis 18 Uhr: Eastgate, Alexa, Gesundbrunnen-Center, Tempelhofer Hafen, Linden-Center, KPM-Galerien, Ring-Center, Neukölln Arcaden, Spandau Arcaden, Schönhauser Allee Arcaden, Wilmersdorfer Arcaden, Europa-Center, Bikini Berlin, Neues Kranzler Eck, Der Clou, Rathaus-Center Pankow, SSC Schloss-Straßen-Center, Forum Steglitz, Märkisches Zentrum, Marktplatz Center Hellersdorf, Park-Center Treptow, Märkische Zeile;

13 bis 20 Uhr: Mall of Berlin, Potsdamer Platz Arcaden, Gropius Passagen, Das Schloss, Boulevard Berlin

Kauf- und Warenhäuser:

13 bis 20 Uhr: KaDeWe, Galeries Lafayette, Galeria Kaufhof Alexanderplatz, Kulturkaufhaus Dussmann

von 13-18 Uhr: alle Karstadt-Häuser einschließlich Karstadt-Sport, C&A-Filialen (geschlossen ist nur in der Lankwitzer Straße)

Möbel- und Einrichtungshäuser:

13–18 Uhr: Möbel-Kraft (Pankstraße und Märkische Spitze), Möbel Höffner (nur Sachsendamm), Ikea-Häuser in Tempelhof, Lichtenberg und Spandau