Nachfolger gesucht

Berliner Bäder-Betriebe brauchen neuen Geschäftsführer

Andreas Scholz-Fleischmann gibt sein Amt im April 2019 auf. Nach einem Nachfolger muss jetzt gesucht werden.

Der Bäderchef Andreas Scholz-Fleischmann im Columbiabad. Für ihn wird ein Nachfolger gesucht.

Der Bäderchef Andreas Scholz-Fleischmann im Columbiabad. Für ihn wird ein Nachfolger gesucht.

Foto: Ricarda Spiegel

Berlin. Innensenator Andreas Geisel (SPD) muss sich nach einem neuen Chef für die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) umsehen. Der aktuelle Geschäftsführer, Andreas Scholz-Fleischmann, geht im April 2019 in Rente. Verwaltungssprecher Martin Pallgen bestätigte der Berliner Morgenpost auf Anfrage, dass ein entsprechendes Bewerbungsprozedere bis zum Ende des ersten Quartals durchgeführt werden soll. Zur Bewerberlage äußere er sich grundsätzlich nicht, „da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“, wie Pallgen sagte.

Interesse soll einem Medienbericht zufolge Ole Bested Hensing haben, der die BBB von 2013 bis 2015 leitete. Der Morgenpost teilte er am Mittwochabend mit: „Ich war die letzten drei Monate in den USA und bin vorgestern erst zurückgekommen.“ Ihm sei die Ausschreibung der Stelle nicht bekannt gewesen.

2015 habe er die BBB aus dringenden familiären Gründen verlassen. Unter bestimmten Bedingungen würde er wieder zur Verfügung stehen. Die BBB seien eine echte Herausforderung. Neben schwierigen Neubauprojekten und anstehenden dringenden Sanierungen müssten in vielen Bereichen Abläufe und Qualität verbessert werden. „Eine solche Mammutaufgabe kann man nicht ohne Schmerzen und in völliger Stille lösen. Daher stellt sich die Frage nach meiner Person nicht, denn ich suche keinen Versorgungsposten sondern möchte Dinge erfolgreich verbessern“, so Hensing. Der ebenfalls ins Gespräch gebrachte Ex-Innensenator Frank Henkel (CDU) dementierte die Meldung hingegen. Er habe zu keinem Zeitpunkt Interesse an der Stelle geäußert, teilte Henkel am Mittwoch mit.

Pächter betreiben neun von zehn Strandbädern

Die BBB gelten als eine der am schwierigsten zu führenden Landesfirmen Berlins. Zahlreiche Bäder haben einen großen Sanierungsbedarf, über die Finanzierung gab es zuletzt immer wieder Streit mit der Innenverwaltung und dem Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus. Auf der Kippe stand jüngst auch der Badebetrieb in mehreren Strandbädern ab kommendem Jahr, weil noch keine Pächter für die auslaufenden Verträge gefunden waren. Betroffen waren unter anderem die Strandbäder Grünau und Friedrichshagen. Für sie ist nach Angaben der BBB nun eine Lösung gefunden. Nachdem Anfang des Monats bereits der Betrieb des Strandbades Lübars gesichert werden konnte, haben die BBB nun auch die Vergabeverfahren für vier weitere Strandbäder abgeschlossen.

„Alle Betreiber erhalten, wie bisher auch, einen Vertrag für fünf Jahre mit einer Verlängerungsoption für weitere fünf Jahre“, so ein Sprecher der BBB. „Während in Lübars und Friedrichshagen die bisherigen auch die zukünftigen Pächter sind, kommt es in Plötzensee, Grünau und Wendenschloß zum Wechsel.“ Dort übernähmen neue Pächter den Betrieb. In Berlin gibt es insgesamt zehn Strandbäder. Neun von ihnen werden an Pächter vergeben.

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