Bauarbeiten

U2 und U3 ab Januar gesperrt: Jetzt doch mehr Ersatzverkehr

Bauarbeiten am Wittenbergplatz sorgen für ein Verkehrschaos. Bürgermeister Michael Müller kritisiert Verkehrssenatorin Regine Günther.

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos).

Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos).

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Das Chaos bei der Berliner U-Bahn sorgt nun auch für Ärger innerhalb der rot-rot-grünen Koalition – und für neuerliche Kritik an Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Verstimmt hatte in der Sitzung des Senats am Dienstag der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) Günther gefragt, warum für die Sperrung der U-Bahnlinien U2 und U3 zu Beginn des neuen Jahres kein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werde. Müller habe sein Unverständnis darüber unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ ausgedrückt, wie mehrere Sitzungsteilnehmer bestätigten. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.

Günther, so heißt es einvernehmlich, habe daraufhin zugegeben, dass sie selbst erst aus den Medien von der Sperrung erfahren habe und die Einrichtung eines Ersatzverkehrs prüfen lasse. Der Austausch sei sachlich verlaufen, berichten mehrere Quellen. Einige zeigten Verständnis für Günther, die zuletzt wegen der Entlassung des krebskranken Verkehrsstaatssekretärs Jens-Holger Kirchner (Grüne) in der Kritik stand, deshalb anderweitig stark eingebunden war. Andere sind verärgert darüber, dass es in Günthers Verwaltung offenbar kein Frühwarnsystem für anstehende Baustellen und mögliche Konflikte gebe.

Sperrung dauert sieben Wochen lang

Wegen Bauarbeiten am Bahnhof Wittenbergplatz werden wie berichtet die U2 und die U3 ab dem 4. Januar für sieben Wochen teilgesperrt. Die U2 fällt dann zwischen Gleisdreieck und Bahnhof Zoo aus, die U3 zwischen Warschauer Straße und Spichernstraße. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist nicht vorgesehen. Die BVG verteidigte das Vorgehen am Mittwoch. „Den Ersatz für die gesperrten Linien U2 und U3 übernimmt zum größten Teil die parallel laufende U1“, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner.

Die U1 soll dann im Vier-Minuten-Takt sowie mit langen Zügen fahren. Zudem verkehrten mehrere Buslinien, weitere Busse in die oft zugestaute City West zu schicken, ergebe keinen Sinn. Mit Blick auf die zuständige Verkehrsverwaltung sagte der BVG-Sprecher: „Diese Lösung wurde vorab auch mit dem Aufgabenträger abgestimmt.“

Züge auf U1 werden verdoppelt

Günther verwies am Mittwoch ebenfalls auf die Ausweichmöglichkeiten und den dichteren Fahrtakt der U-Bahnlinie 1: „Auf der U1 werden doppelt so viele Züge fahren wie sonst, und in der City West werden Buslinien bei Bedarf verstärkt. Insofern ist die Meldung, dass es keinen Ersatz gäbe, nicht richtig.“

Kritik an den Plänen kam auch von der Berliner Baukammer. Sie attestierte dem Senat eine „verfehlte Verkehrspolitik“. Die Bauarbeiten an der U-Bahn hätten besser im Sommer vorgenommen werden sollen, wenn das Fahrgastaufkommen geringer ist. „Die Bauarbeiten in den Wintermonaten durchzuführen, kann man nur fassungslos zur Kenntnis nehmen“, so ein Kammervertreter.

Mehr zum Thema:

Das U-Bahnnetz soll wachsen – aber noch sind die Pläne nicht fertig

Auf der U7 im Südosten geht für acht Wochen nichts mehr

So will Regine Günther das U-Bahn-Chaos eindämmen