Geklauter Kia

Nach Aushang: Berlinerin bekommt gestohlenes Auto wieder

Eine Berlinerin suchte per Aushang nach ihrem gestohlenen Auto. Ein Mann entdeckte den Wagen - das führte zur Festnahme zweier Männer.

Mit diesem Aushang appellierte Katharina B. an den Dieb, ihr ihr Auto wiederzugeben

Mit diesem Aushang appellierte Katharina B. an den Dieb, ihr ihr Auto wiederzugeben

Foto: BM/privat

Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, ein gestohlenes Auto wiederzubekommen, ist gering. Und doch hat Katharina B. ihren Kia zurück - nachdem sie mit Aushängen in Berlin um Hilfe gebeten hatte. "Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte B. der Berliner Morgenpost. Am Montag vor den Weihnachtstagen habe sie den Kia Picanto bei der Polizei abholen können. Er sei auf einem Parkplatz in Kreuzberg entdeckt worden. Und das offenbar in letzter Minute. An dem Wagen hatten zwei Männer nämlich bereits andere Kennzeichen montiert. "Die beiden wurden quasi in flagranti erwischt", sagte B. der Berliner Morgenpost. "Einer der Männer hatte die alten Nummernschilder unter seiner Jacke. So schilderte es mir die Polizei."

Gemeldet wurden die beiden Verdächtigen von Taner A., wie dieser der Berliner Morgenpost mitteilte. Er habe online von dem Aushang der Berlinerin gelesen. "Mir fiel der weiße Kia auf dem Parkplatz auf. Zwei Männer waren an dem Fahrzeug und verhielten sich verdächtig. Ich habe sofort die Polizei gerufen", schildert er. Die konnte die beiden Männer noch am Fahrzeug vorläufig festnehmen. Katharina B. ist überglücklich. "Nur an der Stoßstange ist eine Stelle im Lack. Aber das Auto fährt, und es wurde nichts mutwillig zerstört."

Navigationssystem und Handystecker seien allerdings bereits aus dem Fahrzeug entfernt worden. "Auch Flaschen und Windeln sind weg, anderer Kleinkram wurde rausgeschmissen. Aber das kann ich ersetzen."

"Komme kaum dazu, allen zurückzuschreiben"

Als sie das Auto bei Tageslicht inspiziert habe, habe sie allerdings in einer Ablage einen angekokelten Heroinlöffel entdeckt. "Ein Zigarettenstummel lag im Fußraum und eine Wasserflasche." Auch eine Schrecksekunde gab es: "Aus dem Beifahrersitz ragte eine noch blutige Drogennadel heraus. Da hätte meine Mutter sich beinahe hineingesetzt. Das hat mich wirklich geschockt, zumal die Polizei ja im Fahrzeug Spuren gesichert hat. Das wurde aber offenbar übersehen."

Sie meldete den Fund der Polizei. Ein Polizist habe ihr gesagt, sie könne die Sachen in den Müll tun, ein anderer forderte sie auf, die Gegenstände zu sichern und zur Polizeiwache zu bringen. Das habe sie dann getan.

B. sei von der großen Resonanz auf ihren Aushang positiv überrascht worden. "Der Mann, der aufmerksam war und den Wagen gemeldet hat, hat mir quasi das Leben gerettet", so B. Das Auto für die Mutter zweier Kinder unverzichtbar. "Ich habe so viele Hilfsangebote bekommen, so viel Positives. Ich habe viel gelernt aus der ganzen Sache, auch über die Empathie der anderen. Ich komme kaum dazu, allen zurückzuschreiben."