Deutsche Post

Berliner Rentner bekommt Weihnachtspost ein Jahr später

Rentner Dieter Drobek erhielt mit einem Jahr Verspätung Post, die ihn schon zum Weihnachtsfest 2017 hätte erreichen sollen.

Dieter Drobeks Weihnachtspost aus dem Jahr 2017.

Dieter Drobeks Weihnachtspost aus dem Jahr 2017.

Foto: Dieter Drobek

Berlin. Dieter Drobek hat dieses Jahr schon drei Wochen vor Heiligabend Grund zur Freude gehabt. Überraschenderweise erhielt der Morgenpost-Abonnent von der Deutschen Post nämlich bereits Anfang Dezember eine Sendung mit Weihnachtsgeschenken. Dabei hatte er gar keine (mehr) erwartet. Tatsächlich waren es seine. Aus 2017.

Was hatte sich Drobek letztes Weihnachten geärgert, als die Deutsche Post ihm die Geschenke nicht brachte, auf die er vergebens wartete. Auch mehrere Nachfragen und ein Nachforschungsantrag bei dem Zustelldienst führten zu nichts. Nur so viel erfuhr der Rentner: Die Sendung sei nicht zugestellt worden, weil der Empfänger unbekannt verzogen sei. Dabei wohne er mittlerweile seit fast 70 Jahren im gleichen Zustellbezirk, wunderte sich Drobek.

„Der Stammzusteller war zu der Zeit krank“, erinnert sich Drobek, um dann korrekterweise zu ergänzen: „Trotzdem muss die Post ja ausgetragen werden.“ In seinem Fall, so schreibt es die Deutsche Post in einem Entschuldigungsschreiben datiert auf den 30. November 2018, seien die Briefe mit Poststempel vom 21. Dezember 2017 „während der Beförderung entwendet und nun aufgefunden“ worden. „Nun“: ein Jahr später. Die Post bedauere den Vorfall und hoffe weiter auf sein Vertrauen.

Ab nächstem Jahr erhöht die Post das Porto

Aber wie behalten Kunden Vertrauen in ein Unternehmen, bei dem Sendungen zunächst nicht zugestellt werden, weil der Sender unbekannt verzogen sei – obwohl er nicht unbekannt verzogen ist –, dann entwendet und schließlich ein Jahr später doch zugestellt werden? „Ich dachte nur: Das kann ja wohl nicht wahr sein“, erzählt Drobek und fragt: „Jetzt soll ich sagen: Schwamm drüber – und die erhöhen das Porto? Eine Frechheit.“ Post-Chef Frank Appel hat genau das nämlich für Anfang 2019 angekündigt.

Um dem zuvorzukommen, rät der Morgenpost-Abonnent allen Post-Kunden: „Bitte schicken Sie ihre Weihnachtsgrüße für die nächsten Jahre schon heute ab“. Der Vorteil: „Bei zukünftigen Portoerhöhungen haben sie gespart“, witzelt Drobek. Und pünktlich ankommen sollten sie dann ja auch.

Wirklich über die Posse lachen kann der 72-Jährige aber nicht. Bei seinem Geschenk aus dem letzten Jahr, einem 50 Euro-Gutschein für ein Restaurantbesuch in Spandau, hofft Drobek jetzt auf die Kulanz des Inhabers. Dann gäbe es wenigstens noch ein gutes Essen.

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