Krankenhaus-Statistik

Diese Diagnosen werden in Berliner Krankenhäusern gestellt

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt in Berlin.

Insgesamt 1.481.529 Patienten wurden 2017 in Berlin und Brandenburg in einer Klinik behandelt, jeder siebte von ihnen wurde wegen einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-System (Archivbild).

Insgesamt 1.481.529 Patienten wurden 2017 in Berlin und Brandenburg in einer Klinik behandelt, jeder siebte von ihnen wurde wegen einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-System (Archivbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / Jens Kalaene / picture alliance / ZB

Berlin. Herzinsuffizienz ist die Diagnose, die in Berlin am häufigsten zu einem Krankenhausaufenthalt führt. 17.435 Menschen lagen 2017 mit dieser Erkrankung in einem Klinikbett. Und auch in Brandenburg führt die verminderte Pumpleistung des Herzens, die von Nichtmedizinern Herzschwäche genannt wird, die Diagnose-Rangliste an: Hier kamen 16.799 Menschen mit Herzinsuffizienz ins Krankenhaus. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat jetzt die Krankenhausstatistik für das Jahr 2017 vorgelegt.

Insgesamt 1.481.529 Patienten wurden 2017 in Berlin und Brandenburg in einer Klinik behandelt, jeder siebte von ihnen wurde wegen einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. In beiden Bundesländern belegen Vorhofflattern und Vorhofflimmern Platz zwei der Rangliste der häufigsten Dia­gnosen bei Krankenhaus­patienten. Während aber in Berlin mit der Chronischen ischämischen Herzkrankheit (Sauerstoff-Minderversorgung des Herzmuskels durch Verengung der Herzkranzgefäße) und Angina pectoris (Schmerzen im Brustraum) weitere Herzprobleme folgen, war in Brandenburg Alkohol die Ursache für mehr als 10.000 Krankenhausaufenthalte: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol brachte dort mehr Menschen in die Klinik als Hirninfarkte.

Grafik vergrößern

Herz-Kreislauf-Probleme: Männer häufiger betroffen

In Berlin und Brandenburg gehören außerdem Erkrankungen der Lunge zu den häufigsten Diagnosen. Intrakranielle Verletzungen – Verletzungen des Schädel-Hirn-Bereichs zum Beispiel nach einem Unfall – sind ebenfalls häufig Ursache für einen Krankenhausaufenthalt.

Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Männer laut Statistik häufiger betroffen als Frauen. Die Zahl der Patienten steigt mit dem Alter – 75- bis 80-Jährige sind von dieser Diagnose besonders betroffen. Wer mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in die Klinik kommt, bleibt in Brandenburg mit 8,6 Tagen im Durchschnitt etwas länger dort als in Berlin (7,4 Tage).

Für längere Krankenhausaufenthalte sorgen neben psychischen Erkrankungen auch zerebrovaskuläre Erkrankungen, also Störungen der Blutversorgung des Gehirns, mit denen Patienten in Berlin durchschnittlich 11,4 Tage, in Brandenburg sogar 16 Tage im Krankenhaus bleiben.

Der von vielen Senioren gefürchtete Oberschenkelhalsbruch bringt selbige laut Statistik tatsächlich lange ins Krankenhaus: 15,6 Tage liegen Patienten in Berlin nach dieser Diagnose durchschnittlich im Klinikbett, in Brandenburg sind es 15,9 Tage. Schneller verlassen beispielsweise Mütter nach der Geburt das Krankenhaus: Sie bleiben in Berlin nach Komplikationen bei Wehentätigkeit und Entbindung 3,4 Tage, in Brandenburg 4,0 Tage.

Der statistische Bericht zu den Krankenhäusern beschäftigt sich auch mit der Lage der Ärzte und der Entwicklung der Krankenhäuser. Die Zahl der Krankenhäuser ist in Berlin seit 1993 deutlich gesunken: Statt 104 gibt es jetzt noch 83 Krankenhäuser. Die durchschnittliche Verweildauer ist im selben Zeitraum von 19,9 Tagen auf 7,3 Tage zurückgegangen. Im Jahr 2003 wurde die Krankenhausfinanzierung reformiert, die Kliniken erhalten seither diagnosebezogene Fallpauschalen – die Vergütung richtet sich nach der Diagnose, nicht nach der Zahl der Tage, die ein Patient bei ihnen verbringt.

Mehr Ärzte und mehr Pflegepersonal in Kliniken

In den vergangenen Jahren sind bei der Verweildauer nur noch kleine Veränderungen feststellbar: Auch 2016 lag sie bei 7,3 Tagen, in den Jahren zuvor sank sie seit 2011 jährlich um eine Stelle hinter dem Komma.

Die Zahl der hauptamtlichen Ärzte in Berliner Krankenhäusern lag 2017 bei 9661, das sind 321 mehr als im Vorjahr. Die meisten Berliner Krankenhausärzte (1278) waren Ende 2017 in der Inneren Medizin beschäftigt, gefolgt von der Anästhesiologie (833) und der Chirurgie (795) sowie der Kinderheilkunde mit 288 Ärzten. Die Zahl der Belegärzte blieb etwa gleich. Beim nichtärztlichen Personal stieg die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten auf 40.217 (2016: 36.539) und damit um gut zehn Prozent. Davon arbeiteten 17.413 Mitarbeiter im Pflegebereich. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Jahr 2000, nicht die absoluten Zahlen: Seit 2000 nahm die Zahl der Ärzte (Ausnahme 2004, 2005) zu. Die Zahl der Belegärzte nahm zunächst stark zu, fiel aber dann. Das nichtärztliche Personal hat die Zahl der Beschäftigten von 2000 noch nicht wieder erreicht.

Die Zahl der Geburten ist in Berlin 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. 42.207 Kinder wurden 2017 geboren, 2016 waren es 42.349. Die Zahl liegt damit aber immer noch über der von 2015, als in Berlin 39.847 Kinder geboren wurden. In Brandenburg ging die Zahl der Neugeborenen 2017 wie im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht zurück: 2016 kamen 16.951 Kinder zur Welt, im Jahr 2017 waren es 16.698.