Air Berlin

Insolvenzverwalter verklagt Etihad auf 500 Millionen Euro

Air Berlin: Der Insolvenzverwalter will Schadenersatz von Etihad. Das Gericht hat den Streitwert auf zwei Milliarden Euro festgelegt.

Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf einer Fluggasttreppe, nach der Landung der letzten Maschine der Airline. Die Airline meldete Insolvenz an (Archivbild).

Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf einer Fluggasttreppe, nach der Landung der letzten Maschine der Airline. Die Airline meldete Insolvenz an (Archivbild).

Foto: Gregor Fischer / dpa

Der Insolvenzverwalter von Air Berlin verklagt die Fluggesellschaft Etihad auf 500 Millionen Euro Schadenersatz. Das teilte das Kammergericht Berlin am Freitag mit. "Die Klageanträge lauten auf Zahlung von 500 Millionen Euro und Feststellung, dass die Beklagte zu weiterem Schadensersatz verpflichtet sei. Die Kammer hat den Streitwert vorläufig auf bis zu zwei Milliarden Euro festgesetzt", heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Der Kläger sei der Auffassung, dass die größte Gesellschafterin Etihad ihre Pflichten aus einem sogenannten "Comfort Letter" vom 28. April 2017 verletzt. "An jenem Tag habe die Beklagte nach intensiven Vorverhandlungen ein Dokument unterzeichnet, mit dem sie ihre Absicht bestätigt habe, Air Berlin in jedem Fall für die kommenden 18 Monate die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, um ihr Tochterunternehmen in die Lage zu versetzen, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen", heißt es weiter. "Entgegen dieser Zusage habe sie Air Berlin im August 2017 die finanzielle Unterstützung entzogen mit der Folge, dass deshalb Air Berlin Insolvenzantrag habe stellen müssen."

Der Kläger sei nun der Auffassung, Etihad habe eine rechtsverbindliche Zusage getätigt. "Weil sie gegen diese Verpflichtung verstoßen habe, müsse sie sämtliche berechtigte Forderungen der Gläubiger ausgleichen. Bisher habe er noch nicht alle angemeldeten Forderungen prüfen können, da es sich um eine Anzahl von über einer Million Forderungen in Milliardenhöhe handele."

Die Frist lautet auf Ende Januar 2019

Drei Insolvenzforderungen in Höhe von insgesamt knapp 500 Millionen Euro habe der Kläger nach eigenen Angaben in der Klageschrift bereits geprüft. Diese seien nach seiner vorläufigen Einschätzung berechtigt "und daher in voller Höhe zur Insolvenztabelle festzustellen", wie es in dem Schreiben heißt. "Nach Auffassung des Klägers könne er daher die Zahlung dieses entsprechenden Betrages von der Beklagten verlangen. Hinsichtlich der weiteren angemeldeten Forderungen, die er noch nicht geprüft habe, könne er noch keine konkreten Zahlen nennen. Daher sei er berechtigt, zumindest feststellen zu lassen, dass die Beklagte insoweit Schadensersatz schulde."

Die Kammer werde nach Eingang der Klageerwiderung, für die der beklagten Etihad bisher eine Frist bis Ende Januar 2019 gesetzt worden sei, über die weiteren Verfahrensschritte beraten.

Etihad stoppte versprochene Zahlung

Am 15. August 2017 hatte Air Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Zuletzt hatte die Fluggesellschaft ihren Betrieb nur noch mit Unterstützung von Etihad aufrecht erhalten können. Im April 2017 hatte der damalige Etihad-Chef James Hogan noch erklärt, Air Berlin weiter unterstützen zu wollen. Mit Hogans Abberufung bei Etihad änderte der Gesellschafter aus Abu Dhabi aber seine Strategie, Air-Berlin-Maschinen als Zubringer für Etihad-Langstrecken einzusetzen.

Mitte August 2017 stoppte Etihad dann plötzlich eine versprochene Zahlung an Air Berlin. In der Folge konnten die Berliner die Insolvenz nicht mehr abwenden.