Gedenkstätte

Plenum lehnt AfD-Antrag für Rückkehr von Hubertus Knabe ab

Das Parlament diskutierte erneut über den Rauswurf von Hubertus Knabe. Die AfD forderte seine Wiedereinsetzung als Direktor.

Foto: imago stock / imago/Christian Schroth

Berlin. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat sich während seiner Plenardebatte am Donnerstag erneut mit der Absetzung Hubertus Knabes als Leiter der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen befasst. Die AfD-Fraktion hatte das Thema angemeldet, dazu einen Antrag eingebracht, in dem sie die Wiedereinsetzung Knabes als Direktor forderte.

„Die Entlassung von Hubertus Knabe hat der Gedenkstätte schweren Schaden zugefügt“, stellte Martin Trefzer (AfD) in seiner Rede fest. „Ihm wurde kein persönliches Fehlverhalten nachgewiesen.“ Nach wie vor seien bezüglich Knabes Entlassung viele Fragen offen, etwa warum Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ihn nicht viel früher über die Vorwürfe sexueller Belästigung gegen seinen Vizedirektor in Kenntnis gesetzt habe. „Wir brauchen endlich eine unabhängige Aufklärung dessen, was zur Abberufung Hubertus Knabes geführt hat“, so Trefzer weiter. Sein Vorwurf gegenüber Lederer: „Sie instrumentalisieren die schlimmen Erlebnisse der Frauen, um einen unliebsamen Gedenkstättenleiter loszuwerden.“

Clara West (SPD) hielt in ihrer Rede dagegen, verteidigte Lederer. „Die Entscheidung, Knabe abzuberufen, war richtig“, sagte sie und verwies auf CDU-Landeschefin Monika Grütters und den Brandenburger CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski, die den Entschluss befürwortet haben. „Sie hatten den Mut, diese Entscheidung mitzutragen. Er hat eine Entscheidung im Sinne der Mitarbeiter und im Sinne der Opfer getroffen“, so West.

„Es kann und darf hier nicht um persönliche Eitelkeiten gehen, sondern um die Opfer und das, was sie erlitten haben.“ Der CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke lobte Knabes Engagement für die Gedenkstätte, sagte aber auch: „Er konnte die Vorhaltungen nicht entkräften.“ Eine Rückkehr in die Gedenkstätte sei nicht „lebensnah“, der AfD-Antrag laufe ins Leere. Nun müsse es darum gehen, eine „geeignete Aufgabe für Herrn Knabe zu finden.“ Der Antrag der AfD wurde schließlich mit den Stimmen der übrigen Fraktionen abgelehnt.

Knabe selbst befindet sich seit seiner Absetzung in einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Senatskulturverwaltung. Am kommenden Dienstag verkündet das Landgericht, ob sein Anliegen berechtigt ist – oder ob das Arbeitsgericht entscheiden muss.

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