Berlin-Kreuzberg

Mutter bittet Autodieb per Aushang um Rückgabe ihres Wagens

Ihren Angaben zufolge klaute der Dieb von der Hotelangestellten erst den Schlüssel und dann den Wagen - der für sie großen Wert hat.

Mit diesem Aushang appelliert Katharina B. an den Dieb, ihr ihr Auto wiederzugeben

Mit diesem Aushang appelliert Katharina B. an den Dieb, ihr ihr Auto wiederzugeben

Foto: BM/privat

Eine Berliner Hotelmitarbeiterin bittet einen Autodieb um die Rückgabe ihres weißen Kia. Dafür hat sie entsprechende Aushänge in der Stadt gemacht. Den Zetteln zufolge entwendete der Mann den Autoschlüssel in jenem Hotel, in dem Katharina B. arbeitet. Dort hatte er sich offenbar unter einem Vorwand Zutritt zu einem Bereich verschafft, in dem Jacken der Mitarbeiter hingen. Anschließend habe er das Auto, das in der Nähe des Halleschen Tors geparkt gewesen sei, gesucht, gefunden und sei damit davongefahren.

Für die Mutter zweier Kinder (3 und 2 Jahre alt) ein großes Problem: "Einer meiner Söhne hat eine Regulationsstörung. Ich muss morgens meine Kinder in die Kita fahren. Und der Kinderwagen war auch noch im Auto. Mein Alltag gerät jetzt völlig durcheinander", sagte die 29-Jährige der Berliner Morgenpost. Zudem sei das Fahrzeug noch nicht abbezahlt gewesen.

"Nun hoffe ich, dass der Mann doch noch zur Besinnung kommt, eine Nacht darüber schläft, erkennt, dass es schlecht ist, was er da gemacht hat - und das Auto vielleicht irgendwo so abstellt, dass ich es wiederbekomme. Das ist meine Hauptintention", so B. Der Dieb bestrafe auch ihre beiden Söhne.

Ein Kollege der 29-Jährigen habe der Polizei eine genaue Täterbeschreibung geliefert. Der Vorfall habe sich am Mittwoch, 12. Dezember, gegen 12 Uhr ereignet, wie B. der Berliner Morgenpost erzählt. Inzwischen habe sie eine Anzeige bei der Polizei erstattet.

Sie hofft auch darauf, dass jemand vielleicht das Auto mit dem Kennzeichen B-ON 853 bemerkt oder sieht, dass jemand plötzlich einen weißen Kia Picanto fährt, der vorher so ein Auto nicht hatte. B. wolle nur ihr Fahrzeug zurückhaben "und all die Habseligkeiten, die darin zu finden sind“.

Ein Appell auch an andere potenzielle Autodiebe

Die hätten auch emotionalen Wert: "Der Rosenkranz, der am Rückspiegel hängt, war das letzte, was mir von meiner verstorbenen Oma geblieben ist. Ein Sticker an der Innenseite meines Autos ist das Geschenk eines Freundes, den es leider nicht mehr gibt.“ Das Auto werde dem Dieb finanziell nicht viel bringen. Für sie aber sei der Wert „enorm“: „Ich verfüge nicht über genügend Geld, dass ich mir ein neues Auto kaufen könnte. Die persönlichen Gegenstände sind nicht zu ersetzen und das schmerzt unbeschreiblich.“

Außerdem schreibt sie an den Täter: „Ich möchte Dir mitteilen, dass mich das, was du da gestern getan hast, tief erschüttert und getroffen hat, auf vielerlei Ebenen.“ B. wolle auch potenzielle Autodiebe dafür sensibilisieren, was so ein Diebstahl für die Betroffenen bedeutet. "Vielleicht überlegen sie sich dann vorher noch mal, was sie da tun."

Update: Das Fahrzeug wurde inzwischen gefunden.