Berliner Verkehrsbetriebe

BVG baut Führungsspitze um

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Thomas Fülling

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Gesucht wird ein Vorstand, der sich um den Fahrbetrieb bei Bus und Bahn kümmert.

Berlin.  Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen wieder einen Vorstand bekommen, der sich ausschließlich um den Fahrbetrieb bei Bussen und Bahnen kümmert. Eine entsprechende Entscheidung hat jetzt der Aufsichtsrat der landeseigenen Verkehrsbetriebe getroffen, bestätigte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Mittwoch der Berliner Morgenpost. Bislang wird diese wichtige Führungsaufgabe von BVG-Chefin Sigrid Nikutta mit übernommen.

Das Aufsichtsgremium, deren Vorsitzende Pop ist, reagiert damit auf die vielen Probleme im aktuellen Angebot der BVG. Vor allem bei der U-Bahn, die mit täglich rund 1,5 Millionen Fahrgästen die meisten Nahverkehrsnutzer in der Stadt befördert, läuft es schon seit Monaten nicht rund. Ausfälle und Verspätungen sind an der Tagesordnung. Der U-Bahn mangelt es vor allem an einsatzfähigen Zügen, an Fahrpersonal und Werkstatt-Kapazitäten, um die überalterte Flotte am Leben zu erhalten. Doch auch bei Bus und Tram gibt es viele Angebotsmängel.

Berlins Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratsvorsitzende Ramona Pop (Grüne) spricht von einer „wichtigen Weichenstellung“. „Das ist ein Signal für die Stadt. Denn die Fahrgäste spüren deutlich die Versäumnisse der letzten Jahre. Daher ist es wichtig, dass wir in der BVG-Spitze wieder einen Vorstand haben, der sich allein um den Betrieb von Bussen und Bahnen kümmert“, sagte sie der Berliner Morgenpost. Eine Trennung von Vorstandsvorsitz und Betriebsvorstand sei in allen anderen großen Nahverkehrsunternehmen in Deutschland üblich. „Eine Vorstandsvorsitzende hat zahlreiche Aufgaben auch in der Außenwahrnehmung des Unternehmens. Wir suchen jetzt jemanden, der sich komplett auf den täglichen Betrieb konzentriert.“

Speziell in der Zeit von Thilo Sarrazin (SPD, Finanzsenator von 2002 bis 2009) musste die BVG hart sparen, Personal abbauen und auf die Bestellung neuer U-Bahnen verzichten.

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