Weihnachtseinkäufe

Shopping in Berlin: Welcher Geschenke-Typ sind Sie?

Am Sonntag sind die Geschäfte geöffnet. Viele Berliner nutzen das, um ihre Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Eine Typologie der Käufer.

Auf ins Getümmel! Welcher Weihnachts-Shopping-Typ sind Sie?

Auf ins Getümmel! Welcher Weihnachts-Shopping-Typ sind Sie?

Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Vorweihnachtszeit war früher irgendwie einfacher. Das geht schon bei den Plätzchen los: Früher gab es Butterplätzchen, Vanillekipferl und Zimtsterne, heute müssen es auch Cashew-Cranberry-Makronen oder vegane Chaitee-Chili-Plätzchen sein. Und es geht beim Shoppen weiter. Während Weihnachtsgeschenke früher aus den Geschäften der örtlichen Fußgängerzone oder aus dem Versandkatalog kamen, ist das heute im Zeitalter des letzten gedruckten Otto-Katalogs und von ständig neuen Pre-Christmas-Shopping-Events deutlich komplizierter geworden. Und entsprechend vielfältig ist auch das Kaufverhalten. Wir bringen nun System rein: Hier eine kleine Typologie der Geschenke-Käufer.

Der Frühshopper

Sie haben längst alle Geschenke. Sie liegen schon zu Hause eingepackt und mit Namensschildchen versehen parat. Die Frühshopper mischen sich heute höchstens noch in den Trubel, weil das Geschenkpapier nicht ganz gereicht hat oder die Tochter jetzt auf einmal einen neuen Freund hat – und das Geschenk für den vorherigen Freund irgendwie nicht mehr passt. Schon im Sommer legen die Frühshopper erste Listen an, wer was bekommen soll und vergleichen die natürlich mit der Liste aus dem letzten Jahr. Doppelungen passieren ihnen nicht. Noch bevor Spekulatius im Supermarkt liegen, haben sie das erste Geschenk besorgt. Sie ärgern sich nur, dass sie die Lammfellhandschuhe erst im Oktober besorgen können, weil die im August noch nicht angeboten werden.

Der Gutschein-Käufer

Sie sind die Trendsetter im Weihnachtsgeschäft. Wie eine Umfrage von Ernst & Young ergab, stehen Gutscheine nämlich an erster Stelle im Geschenke-Rating. Doch auch ein Gutschein wird meist gekauft. Und das überwiegend auf analogem Weg, da er aus dem Laden attraktiver ist als aus dem heimischen Papierdrucker. Also tummeln sich auch die Gutschein-Käufer heute in den Geschäften. Aber sie sind gut getarnt, denn ihnen reicht als Transportmittel meist die Handtasche. Rucksack oder Einkaufsnetz können zu Hause bleiben. Und Tüten aus dem Geschäft kann man sich ja guten Umweltgewissens eh nicht mehr geben lassen, schon gar nicht für einen kleinen Gutschein.

Der Advents-Shopper

Diese Spezies ist der Klassiker. Sie kaufen dann Geschenke, wenn die Weihnachtsmärkte öffnen und lassen sich von der weihnachtlichen Stimmung in der Stadt anstecken. Spätestens beim zweiten Glühwein haben sie auch für Opa und Nachbarin eine passende Geschenkidee. Advents-Shopper gehören an diesem verkaufsoffenen Sonntag im Einzelhandel zu den liebsten Kunden, denn sie werden für reichlich Umsatz sorgen. Irgendwann müssen ja auch die 282 Euro ausgegeben werden, die nach einer Erhebung der Unternehmensberatung Ernst & Young jeder Deutsche im Durchschnitt für Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr veranschlagt hat. Das sind immerhin sechs Prozent mehr als 2017.

Der Last-minute-Shopper

Viel zu früh, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sagt sich der Last-minute-Shopper heute. Schließlich ist am vierten Advent ja auch ein verkaufsoffener Sonntag. Und an Heiligabend haben viele Geschäfte ebenfalls noch bis 14 Uhr auf. Ab 12 Uhr ist es da dann ja auch überall so schön leer und die Verkäuferin hat dann sogar noch Zeit, das Geschenk liebevoll zu verpacken. Aber die Last-minute-Shopper könnten auch heute schon unterwegs sein, zumindest um sich schon mal die eine oder andere Anregung zu holen, was man denn den Lieben so schenken könnte oder vielleicht auch, was man sich selbst wünscht.

Der Cyber-Shopper

Sie sind das Gegenteil von den Advents-Shoppern und werden heute wahrscheinlich die Einkaufspassagen oder Fußgängerzonen meiden. Sie erledigen ihre Weihnachtseinkäufe nämlich vom Sofa aus. Wenn sie es nicht eh schon am Single Day, Black Friday oder Cyber Monday gemacht haben. Aber es gibt noch diese besondere Untergruppe der Cyber-Shopper, die an diesem Sonntag sämtliches Fachverkäuferpersonal beschäftigen und zum Beispiel zwölf verschiedene Sneaker-Modelle anprobieren, dann aber doch nichts kaufen und zu Hause am Tablet erst mal einen Preisvergleich starten, um das Lieblingsmodell vielleicht noch etwas günstiger zu erstehen als im Einzelhandel.

Der Verweigerer

Dieses Weihnachten schenken wir uns mal nichts. So ein Beschluss wird immer mal wieder in Familie und Freundeskreis getroffen, häufig mit einem gewissen Pathos – um die Vorweihnachtszeit stressfreier genießen zu können oder um sich nicht vom Konsumrausch terrorisieren zu lassen. Die Verweigerer stehen am verkaufsoffenen Adventssonntag an den Buden der Weihnachtsmärkte und schauen mit einer Mischung aus Verachtung und Mitleid auf die mit Tüten beladenen Advents-Shopper. Verweigerer halten allerdings höchstens eine Saison durch, denn irgendjemand in der Familie verweigert sich wahrscheinlich doch der Verweigerungshaltung und hat eine „Kleinigkeit“ für jeden. Doof, wenn man selbst dann mit leeren Händen dasteht.

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