Berlin und Bund

Zahl der Beschwerden über Postdienstleister steigt drastisch

Bundesweit gingen bis Anfang Dezember bereits über 10.500 Beschwerden ein. 2017 waren es noch 6100 im ganzen Jahr.

Ein Briefträger mit einem Handwagen (Archivbild)

Ein Briefträger mit einem Handwagen (Archivbild)

Foto: A3276 Martin Gerten / dpa

Die Zahl der schriftlichen Beschwerden über Postdienstleistungen steigt weiter an. Das teilte die Bundesnetzagentur dem Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (SPD) mit. Demnach sind bundesweit bis Anfang Dezember bereits über 10.500 Beschwerden eingegangen, während es im ganzen Jahr 2017 noch 6100 waren. In Berlin waren es einer Mitteilung von Swen Schulz zufolge in diesem Jahr bislang 1000 gegenüber 777 im letzten Jahr. Für seinem Wahlkreis Spandau-Charlottenburg Nord verdoppelten sich die Beschwerden demnach nahezu von 33 auf 59.

Die Bundesnetzagentur weist gleichwohl darauf hin, dass es trotz der insgesamt steigenden Beschwerdezahlen derzeit keine Hinweise auf Probleme gebe, die vergleichbar mit denjenigen im Oktober 2017 in Berlin wären. Damals hatten fast 15.000 Haushalte in Charlottenburg-Wilmersdorf zwei Wochen lang gar keine Briefe erhalten. Die Deutsche Post hatte dies mit Personalausfällen, mehr Sendungen und „nachhaltigen Fehleinschätzungen“ begründet.

"Mehr Personal mit ordentlichem Gehalt bei guten Arbeitsbedingungen"

„Gleichwohl halte ich den Anstieg der Beschwerden für ein Alarmsignal“, so Swen Schulz. „Denn letztlich ist das ja nur die Spitze des Eisbergs: Eine schriftliche Beschwerde bei der Bundesnetzagentur wird doch nur in den seltensten Fällen eingelegt. Die Postdienstleister müssen sich im eigenen Interesse um eine Verbesserung der Zustellqualität kümmern und dafür auch mehr Personal mit ordentlichem Gehalt bei guten Arbeitsbedingungen einstellen. Darüber hinaus müssen wir auch politisch überlegen, wie wir zu Verbesserungen kommen können. Die Bundesnetzagentur hat dazu Vorschläge gemacht, nämlich die verpflichtende Beteiligung an Schlichtungsverfahren und zu Kooperationsmodellen von den Unternehmen, damit die Zustellung verbessert wird. Ich werde das im Deutschen Bundestag ansprechen.“

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