Fußball

10 Uhr am Zoo: Dardai verrät Risiko-Taktik gegen Eintracht

In Hannover hat Hertha BSC eine Sechs-Spiele-Serie ohne Sieg beendet. Nun soll es in der Bundesliga auch zu Hause wieder mit einem Dreier klappen. Ibisevic und Selke dürften erneut gemeinsam stürmen. In der Innenverteidigung herrscht nach einem weiteren Ausfall Notstand.

Berlins Trainer Pal Dardai steht vor dem Spiel am Spielfeldrand.

Berlins Trainer Pal Dardai steht vor dem Spiel am Spielfeldrand.

Foto: dpa

Berlin. Pal Dardai will im Hinrunden-Schlussspurt des Risiko erhöhen. Seine Taktik und die Startelf gegen Eintracht Frankfurt wird der Trainer von Hertha BSC seiner Mannschaft aber erst am Samstagfrüh achteinhalb Stunden vor der Partie (18.30 Uhr/Sky) bekanntgeben. "Die Aufstellung für das Topspiel verrate ich am Samstag um 10.00 Uhr beim Spaziergang am Zoo", erklärte Dardai. Ein großes Geheimnis sind seine Überlegungen für den 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga aber nicht mehr. Die zuletzt erfolgreichen Zwei-Angreifer-Taktik soll wohl auch im Heimspiel gegen die starke Eintracht greifen.

"Jetzt geht es gegen eine Top-Mannschaft. Vielleicht machen wir es wieder so. Ich möchte gern sehen, ob es genauso funktioniert", sagte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten vor der Partie am Samstag (18.30 Uhr) gegen den Tabellen-Fünften aus Hessen. Dardai will in den letzten vier Spielen bis zur Winterpause mehr Risiko gehen. Im Training am Donnerstag ließ er über weite Strecken wieder die Variante mit Kapitän Vedad Ibisevic und Davie Selke als Doppelspitze üben. Beim jüngsten 2:0-Sieg bei Hannover 96 hatte der Hertha-Coach erstmals in dieser Saison Selke in die Startelf neben Routinier Ibisevic gestellt - mit Erfolg.

"Wenn wir oben mitspielen wollen, brauchen wir einen Sieg", erklärte der Ungar deutlich. Durch sechs Liga-Spiele ohne einen Dreier hatte Hertha den Kontakt zur Spitzengruppe verloren. Nach dem Sieg in Hannover rangieren die Berliner (20 Punkte) als Tabellen-Siebter drei Zähler hinter dem Fünften Frankfurt (23).

Auf Verteidiger Derrick Luckassen muss Dardai verzichten. Der 23 Jahre alte Niederländer hat sich im Training eine Verletzung am Syndesmoseband zugezogen und wird in der Hinrunde nicht mehr spielen können. Da auch Luckassens Landsmann Karim Rekik (Oberschenkel-Verletzung) und Niklas Stark (Fußverletzung) fehlen, ist die Situation in der Innenverteidigung angespannt. Mittelfeldmann Javairo Dilrosun (Muskelfaserriss) steht ebenfalls nicht zur Verfügung.

"Wir wissen, was wir machen wollen", erklärte Dardai. Das schließe ein, dass von den drei Offensivkräften Ondrej Duda, Ibisevic und Selke eben nur zwei spielen können. Der slowakische Spielmacher Duda war in der ersten Spielen der Saison stark wie nie, schoss in acht Liga-Partien sechs Tore. Nun muss der 24-Jährige der neuen Taktik weichen. "Er war in einem kleinen Loch. Jetzt macht er wieder sehr gute Sachen im Training, viele Tore und Torvorlagen", betonte Dardai. Duda gehe professionell mit der Situation um.

Die entscheidende Frage sei ohnehin das Anlaufverhalten der Offensivspieler, nicht das System. "Es liegt nicht am 4-4-2 oder einem System mit der Zehn und einer Spitze", sagte Dardai.

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