Zwölf Jahre vermisst

Tatverdächtiger im Fall Georgine Krüger verhaftet

Das Mädchen war vor zwölf Jahren in Moabit spurlos verschwunden. Jetzt wurde ein Mann verhaftet, bestätigte die Staatsanwaltschaft.

Vor zwölf Jahren verschwand die damals 14-jährige Georgine Krüger aus Berlin spurlos

Vor zwölf Jahren verschwand die damals 14-jährige Georgine Krüger aus Berlin spurlos

Foto: Polizei Berlin/Montage: BM

Berlin. Im Fall der vor mehr als zwölf Jahren vermissten Georgine Krüger aus Berlin-Moabit hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Gegen den 43 Jahre alten Mann liegt ein Haftbefehl wegen Mordes vor. Das bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag der Berliner Morgenpost.

Am Vormittag hatte es einen Polizeieinsatz in Moabit gegeben, an dem auch Spürhunde beteiligt waren. Dort war das damals 14 Jahre alte Mädchen im September 2006 zuletzt gesehen worden.

Einzelheiten zu dem als "dringend tatverdächtig" bezeichneten Mann gab die Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt, auch nicht zu den Umständen seiner Verhaftung oder zu weiteren Entwicklungen in dem Fall.

Mädchen in einen Keller gelockt

Der Mann war bereits im Jahr 2012 verurteilt worden, weil er eine Jugendliche in seinen Keller gelockt und sexuell genötigt hatte. Auch Georgine folgte ihm in den Keller seines Wohnhauses. Nachdem er sich an ihr vergangen hatte, soll er das Mädchen unmittelbar danach getötet haben. Die Leiche der Jugendlichen wurde bisher nicht gefunden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Am 25. September 2006 war Georgine Krüger aus einem Bus an der Perleberger Straße Ecke Rathenower Straße gestiegen. Danach wurde sie von niemandem mehr gesehen. Die Suche nach dem Mädchen blieb bis heute erfolglos, Spuren verloren sich. Mehr als 230 Hinweise gingen bis Oktober 2018 bei der Polizei ein.

Im April hatte sich ein Mann bei der Polizei gemeldet, der angeblich genau wusste, wo sich die Leiche des Mädchens befinden sollte. Er bestritt aber, der Mörder von Georgine zu sein. Die Suche nach der 14-Jährigen in einem Wald bei Brieselang in Brandenburg blieb jedoch erfolglos.

Die Beamten versuchten, auch als der Vermisstenfall Georgine Krüger zum „Cold Case“ wurde, neue Ansatzpunkte zu finden. Durch den Einsatz eines verdeckten Ermittlers erhärteten sich in den vergangenen Monaten die Hinweise gegen den Tatverdächtigen schließlich immer mehr, so dass schließlich der Zugriff, an dem auch Spezialeinsatzkräfte beteiligt waren, erfolgte.

Die Beamten hielten über die Jahre auch immer Kontakt zur Familie des Mädchens, um sie psychologisch zu unterstützen. Anfang Oktober wurde der Fall der 14-Jährigen in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst …“ gezeigt, in der sich neben den Ermittlern auch die Mutter des Mädchens äußerte. Danach waren mehrere neue Hinweise bei der Polizei eingegangen.

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