Tierpark

Berliner Eisbärin Tonja hat wieder Nachwuchs bekommen

Am Wochenende bekam Tonja ihr meerschweinchengroßes Junges. Nun bangt der Tierpark um das Überlebens des Babys.

Eisbärin Tonja ihrem Nachwuchs

Eisbärin Tonja ihrem Nachwuchs

Foto: Zoo Berlin

Die Berliner Eisbärin Tonja hat Nachwuchs bekommen. Das teilte der Berliner Zoo am Montagvormittag mit. Am 1. Dezember um 2:33 Uhr brachte Tonja demnach im Tierpark in Friedrichsfelde ein meerschweinchengroßes Jungtier auf die Welt.

Bis zu 22 Stunden täglich hatte Tonja in den letzten Wochen vor der Geburt geschlafen. Am Freitag war die angehende Eisbären-Mutter erstmals unruhig, schlief deutlich weniger als die Tage zuvor. Am frühen Sonnabendmorgen dann die Geburt.

Dank neuer Kameratechnik konnte Eisbären-Kurator Florian Sicks auch von zu Hause die Wurfhöhle überwachen und entdeckte so am 1. Dezember als Erster den Nachwuchs. Das Jungtier liegt stets dicht am wärmenden Fell der Eisbären-Mutter, wie der Zoo mitteilte. „Als gegen 21 Uhr am 1. Dezember laute Schmatzgeräusche erstmals für eine längere Zeit zu hören waren, löste sich meine erste Anspannung etwas. Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig und nähert sich einem Rhythmus von etwa zwei bis drei Stunden“, so Sicks.

Tonja wurde der Mitteilung zufolge zwischen März und April mehrmals von Eisbären-Vater Wolodja gedeckt und hat sich im Laufe der folgenden Monate eine dicke Schicht Winterspeck zugelegt. Von schlanken 230 kg im März schaffte es Tonja im September auf 390 kg. Eine Trächtigkeit wurde zwar vermutet, überprüfen konnte man das jedoch nicht: „Eisbären gehören zu den gefährlichsten Landraubtieren, Tonja per Ultraschall zu untersuchen wäre also ohne risikoreiche Vollnarkose nicht möglich gewesen“, so Sicks weiter. Eine genaue Tragzeit ist bei Eisbären nicht zu bestimmen. Ab Ende des Sommers entwickelt sich nach einer "Keimruhe" aus dem befruchteten Ei der Embryo und beginnt zu wachsen. Auch im natürlichen Lebensraum der Eisbären ziehen sich die Weibchen im Herbst zurück, um Nachwuchs zu bekommen.

Der Wurfhöhle nähert sich vorerst niemand

„Uns haben die Erfahrung der letzten beiden Jahre nochmal klar gemacht wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann. In den ersten zehnTagen ist die Sterblichkeit besonders hoch, dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen. Tonja hat sich bisher immer vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert und sie tut es auch jetzt wieder. Dank der Kameratechnik kann auch ich - sogar von zu Hause - immer wieder live dabei sein und die Beiden in ihrer Wurfhöhle beobachten“, so Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem.

In den nächsten Wochen werde sich niemand der Wurfhöhle nähern, heißt es weiter. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs sei für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor.

Die Eisbären sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch im natürlichen Lebensraum verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.