Berliner AfD

Neue Vorwürfe gegen AfD-Frau Jessica Bießmann

Weil sie vor "Hitler-Wein"-Flaschen posierte, war Jessica Bießmann aus der AfD-Fraktion geworfen worden. Nun tauchen neue Vorwürfe auf.

Jessica Bießmann  im Abgeordnetenhaus (Archivbild).

Jessica Bießmann im Abgeordnetenhaus (Archivbild).

Foto: dpa

Berlin. Eigentlich war Stillschweigen über die Gründe für den Rauswurf von Jessica Bießmann aus der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus vereinbart worden. Jetzt aber ist ein Papier aufgetaucht, das weitere Vorwürfe zusammenfasst, die die Fraktion als Gründe für den Ausschluss nennt. Die jüngst veröffentlichten Fotos, die Bießmann vor mehreren Flaschen „Hitler-Wein“ zeigen, waren demnach nur der Tropfen, der das Fass zum Überlauf brachte. Schon vorher habe sich Bießmann „vorsätzlich und über einen langen Zeitraum fraktionsschädigend verhalten“.

Wörtlich heißt es in dem Papier, das der Berliner Morgenpost vorliegt: „Unabhängig von diesen Fotos gab es ab September 2016 diverse gepostete Tweets, die den Grundsätzen der Alternative für Deutschland widersprechen und geeignet sind, der Fraktion nachhaltig Schaden zuzuführen.“ Ferner sei Bießmann gerügt worden, „weil sie mehrfach das Anwesenheitsgebot bei Fraktionssitzungen missachtet hat“. Bießmann gilt als Vertreterin des rechten Flügels innerhalb der AfD und soll starke Unterstützung durch Vertreter des thüringischen Landesverbandes um AfD-Rechts-außen-Politiker Björn Höcke erhalten.

Wie die Morgenpost erfuhr, soll sich die inzwischen Fraktionslose nun um andere Jobs bemühen, Gerüchten zufolge soll sie sich als Mitarbeiterin der AfD-Landtagsfraktion in Brandenburg bewerben. Parteivertreter kolportieren, sie werde als Bürgermeisterkandidatin in einem Dorf in Thüringen gehandelt. Passend dazu wirken Fotos, die Bießmann vor wenigen Tagen bei Facebook gepostet hatte, die sie mit Höcke zeigen.

Vor dem Ausschluss aus der Fraktion hatte bereits der Berliner AfD-Landesverband einstimmig für ein Parteiausschlussverfahren gestimmt. Bießmann war für eine Stellungnahme in den vergangenen Tagen weder telefonisch noch schriftlich zu erreichen. Bei Erscheinen der „Hitler-Wein“-Fotos hatte sich Bießmann damit verteidigt, dass die Aufnahmen zehn Jahre alt seien.

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