Kultur

Holzmarkt-Genossenschaft will Vorzeigeprojekt noch retten

Die Fassade des Projekts "Holzmarkt".

Die Fassade des Projekts "Holzmarkt".

Foto: dpa

Berlin. Mit einer Art Vermittlungsverfahren will die Berliner Holzmarkt-Genossenschaft ihr international prämiertes Wohn- und Kreativprojekt an der Spree in Friedrichshain noch retten. Sie berief dazu am Dienstag einen sogenannten 90-Tage-Rat mit drei unabhängigen Experten ein. Diese hätten nun 90 Tage Zeit, die Probleme bei dem Bauvorhaben zu untersuchen, mit allen Beteiligten zu sprechen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten, sagte Mario Husten vom Vorstand der Genossenschaft. Zu dem Gremium gehört unter anderen der frühere Grünen-Politiker und Justizsenator Wolfgang Wieland.

Die Genossenschaft hatte 2012 mit Hilfe einer Schweizer Stiftung zwei Filetgrundstücke am Spreeufer erworben, um Räume für bezahlbares Wohnen, Start-up-Unternehmen, Begegnung und kreative Szene zu schaffen. Allerdings gibt es für das Hauptprojekt, mehrere innovative Holzhochhäuser, aus unterschiedlichen Gründen nach wie vor kein Planungs- und damit Baurecht, so dass das Projekt gefährdet ist. Der zuständige Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Genossenschaft geben sich gegenseitig die Schuld. Die Genossenschaft hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sie das Land Berlin auf 19 Millionen Euro Schadenersatz für Planungsleistungen verklagt.

Der zuständige Bezirksstadtrat Florian Schmidt reagierte skeptisch bis ablehnend auf die neue Idee der Genossenschaft. "Es ist für mich kein geeignetes Vorgehen, wenn man erst Klage erhebt und dann einen "neutralen" Rat einsetzen will, der jedoch einseitig festgesetzt wird", betonte der Grünen-Politiker. Erst nach Eingang einer Einladung werde er sich "abschließend äußern".

Der Filmemacher Tom Tykwer ("Babylon Berlin") sagte, das Projekt dürfe nicht scheitern. "Es ist ein Riesenglück, dass dieses Areal nicht in die Hände von Spekulanten gefallen ist." Tykwer gehört dem Vorstand der Genossenschaft an und hat auf dem Gelände ein Büro.