Unterkunft

Kein Obdach in den U-Bahnhöfen

Die BVG will zwei Stationen bei Kälte öffnen. Es fehlen aber Toiletten und Sozialarbeiter für die Obdachlosen.

Ein Obdachloser in der U-Bahnstation Hansaplatz.

Ein Obdachloser in der U-Bahnstation Hansaplatz.

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa

Berlin. Trotz der anhaltenden Kälte werden die beiden als Nothilfe geplanten Berliner U-Bahnhöfe weiterhin nicht für Obdachlose geöffnet. „Wir stehen dafür bereit. Bisher fehlen dafür aber die notwendigen Voraussetzungen“, begründete eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die auf den ersten Blick herzlose Entscheidung.

Auf Druck des Senats hatte sich die BVG bereit erklärt, die Vorräume der U-Bahnhöfe Lichtenberg und Moritzplatz als Notunterkünfte für Obdachlose bereitzustellen. Die könne aber erst erfolgen, wenn „die uns vom Senat zugesicherten Sanitäranlagen als auch qualifiziertes Aufsichtspersonal zur Verfügung stehen“, so die BVG. Am Dienstag hatte die auch für die Obdachlosenhilfe zuständige Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) die Bereitstellung von Toiletten sowie Sozialarbeiter zugesagt. Bisher jedoch ohne konkretes Ergebnis. Man arbeite „weiterhin auf Hochtouren“ an einer Lösung, sagte eine Sprecherin der Sozialverwaltung am Donnerstag. „Wir sind mit allen Beteiligten im konstruktiven Dialog, um ein tragfähiges Konzept zu entwickeln und umzusetzen, das auch in auch in Zukunft bestehen kann“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Morgenpost.

BVG-Chefin Sigrid Nikutta hatte im September angekündigt, vor allem aus Sicherheitsgründen künftig keine U-Bahnhöfe mehr nachts für Obdachlose offen zu halten. Wegen fehlender Sanitäranlagen seien die Stationen zudem keine menschenwürdigen Unterkünfte. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Obdachlosen, die sich auf U-Bahnhöfen aufhalten, trotz alternativer Angebote stark zugenommen. Eine der Gründe dafür ist, dass in den Notquartieren der Alkoholkonsum untersagt ist.

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