Nahverkehr

Defekte Züge: Erneut Ausfälle bei der U-Bahn

Bei den Linien U2 und U3 gab es am Donnerstagmorgen Probleme. Nun erklärt sich die BVG.

Auf der U2 gab es am Morgen Probleme - die Bahn fuhr viel seltener (Archivbild)

Auf der U2 gab es am Morgen Probleme - die Bahn fuhr viel seltener (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa

Bei der Berliner U-Bahn ist es auch am Donnerstag erneut zu Zugausfällen und teils erheblichen Verspätungen gekommen. Besonders böse hatte es die Berliner erwischt, die am Morgen gegen 9 Uhr mit der U3 in Richtung Innenstadt fahren wollten. „Da sind mindestens drei Züge hintereinander nicht gekommen. Alle froren auf dem offenen Bahnsteig“, berichtete eine betroffene Pendlerin. Warum es zu den Ausfällen kam, darüber sei nicht informiert worden. Auf der Anzeige erschien lediglich die Aussage, dass es eine „Zugverspätung“ gebe. Eine Zeitangabe, wann die nächste Bahn eintrifft, habe es nicht gegeben.

Laut BVG-Sprecherin Petra Reetz sei bei einem Zug eine Türstörung festgestellt worden. Bei älteren U-Bahnwagen ist es technisch nicht möglich, einzelne Türen dauerhaft zu schließen. Aus Sicherheitsgründen muss dann der gesamte Doppelwagen zur Reparatur in die Werkstatt gebracht werden. „Das hat leider einige Zeit gedauert“, so Reetz. Erhebliche Verspätungen wurden auch von Nutzern der U2 berichtet. Statt wie in der Hauptverkehrszeit üblich alle vier Minuten kam der nächste Zug erst nach mehr als 20 Minuten.

Bereits zu Wochenbeginn waren im U-Bahnbetrieb erhebliche Probleme aufgetreten. Der Berliner Fahrgastverband Igeb sprach angesichts der Vielzahl von Ausfällen von einem „Schwarzen Dienstag“ für die Nutzer der Berliner U-Bahn. Nach Angaben des Igeb fehlten allein an diesem Tag 23 Züge für den Einsatz auf den Linien U2, U7 und U8. Die BVG selbst bestätigte insgesamt zehn Züge, die aufgrund unterschiedlicher technischer Mängel nicht für den regulären Betrieb zur Verfügung standen. „Ich kann es nicht beschönigen: Die U-Bahn hat es im Moment nicht leicht“, sagte BVG-Sprecherin Reetz am Donnerstag. Die Mitarbeiter würden aber alles tun, um die negativen Folgen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.

Hauptgrund für die vielen Ausfälle ist die Überalterung der Fahrzeugflotte der U-Bahn. Die teilweise bis zu 60 Jahren alten Wagen müssen öfter und länger in die Werkstatt, um für den Einsatz fit gemacht zu werden. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren die Fahrgastzahlen stark gestiegen. Nach jahrelanger Sparpause erhält die U-Bahn seit 2017 wieder neue Züge. Im Vorjahr lieferte der Hersteller 44 Wagen der Neubau-Reihe IK aus, in diesem Jahr sind bisher 60 neue Wagen eingetroffen. Weitere 48 sollen bis zum Frühjahr 2019 die Flotte verstärken, so ein BVG-Sprecher.

+++ Berlin-Podcast +++ In der aktuellen Folge „Molle und Korn“: Ein Besuch an der Berliner Kult-Raststätte an der Avus – natürlich mit dem Auto. Auf der Hinfahrt diskutiert im „Verkehrsspezial“: Gefährliche Radwege, Abbiege-Assistenten, Beifahrer-Pflichten und Erinnerungen an das erste Auto.

Gelangen Sie hier direkt zum Podcast bei Spotify

Gelangen Sie hier direkt zum Podcast bei Soundcloud

Gelangen Sie hier direkt zum Podcast bei Deezer