Sicherheitslage im Kiez

Neuer Kriminalitätsatlas: In Mitte ist es am gefährlichsten

Die Berliner Polizei veröffentlicht einen detaillierten interaktiven Kriminalitätsatlas für alle Berliner Bezirke.

Berlin.  In Mitte ist es im Vergleich aller Berliner Bezirke am gefährlichsten. Das geht aus dem neuen Kriminalitätsatlas hervor, den die Polizei am Montag vorgestellt hat und seit 2008 in einem Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlicht. Im Gegensatz zu früheren Jahren publizierte die Behörde den Atlas in diesem Jahr zum ersten Mal in einer interaktiven Karte im Internet.

Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Mitte mit einer Häufigkeitszahl von 25.864 Straftaten besonders hoch. Diese Zahl bezeichnet die Anzahl der Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner. Das macht eine Vergleichbarkeit zwischen den Bezirken möglich – unabhängig davon, wie viele Einwohner der Bezirk tatsächlich hat. Mitte ist seit Jahren Spitzenreiter. Das liegt aber auch daran, dass die meisten Berliner Sehenswürdigkeiten in Mitte liegen und es hier besonders viele Touristen gibt, die beispielsweise statistisch etwa besonders häufig Opfer von Taschendieben werden.

Das bestätigt auch ein tieferer Blick in die Statistik: Das Regierungsviertel ist mit einer Häufigkeitszahl von 114.377 Delikten einsamer Spitzenreiter, gefolgt vom Kurfürstendamm mit 50.307 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Mit einer Häufigkeitszahl 7664 Straftaten pro 100.000 Einwohner ist es im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am ruhigesten. Bei den Regionen ist es Müggelheim mit 3732 Delikten.

Grundlage für diese Berichte sind die Daten der Kriminalitätsstatistik, die jährlich veröffentlicht werden. Auf Basis einer Regionalauswertung der Daten wurde die Karte für die zwölf Bezirke und 138 Bezirksregionen erstellt. Sie zeigt, welche Delikte wie oft in der jeweiligen Region erfasst wurden.

Insgesamt kann man zwischen 17 verschiedenen Kriminalitätsbereichen in der interaktiven Karte unter www.kriminalitaetsatlas.berlin.de wählen. Dazu zählen etwa Raub, Diebstahl, Brandstiftung, Wohnraumeinbruch, Rauschgiftdelikte und Kieztaten. Diese wurden speziell für den Kriminalitätsatlas zusammengestellt. Gemeint sind damit Verbrechen, die von Menschen begangen werden, die in der Nähe des Tatortes wohnen. Auffällig ist, dass auch hier das Regierungsviertel und der Kurfürstendamm die Statistik anführen – gefolgt vom Tiergarten Süd und dem Alexanderplatz sowie der Neuköllner Mitte. Kriminelle, die im Regierungsviertel auf Beutezug gehen, wohnen also häufig auch in der Nähe.

Dass die Daten erstmals in einer interaktiven Karte veröffentlicht wurden, geht auf die Initiative von Polizeipräsidentin Barbara Slowik zurück. Die Digitalisierung der Behörde ist eines ihrer Hauptanliegen für die Zukunft. „Mit dem Programm kann sich jetzt jeder anschaulich über die Sicherheitslage in seinem Kiez informieren“, so Slowik.

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