Schadstoffbelastung

Schießtrainer der Polizei stirbt an Krebs

Die Vereinigung „BISS“ glaubt an einen möglichen Zusammenhang der Krankheit mit den sanierungsbedürftigen Schießständen.

Berlins Schießstände sind mit Schadstoffen belastet.

Berlins Schießstände sind mit Schadstoffen belastet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Berlin. Haben die maroden Schießstände der Berliner Polizei ein weiteres Todes­opfer gefordert? Diesen Verdacht äußert zumindest die „Berliner Interessengemeinschaft solidarischer Staatsbediensteter“, kurz BISS. Die Vereinigung setzt sich seit Langem für die Interessen von Betroffenen durch die gesundheitsgefährdenden Zustände auf den Schießanlagen ein. Am Mittwoch teilte die Interessengemeinschaft mit, der Polizeibeamte Karsten F. sei am Vorabend einer langen schweren Krebserkrankung erlegen.

Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Schadstoffbelastung in den Schießständen die Krankheit ausgelöst, zumindest aber deren Entstehung erheblich begünstigt habe, hieß es in der Mitteilung. „BISS sieht in Karsten F. ein weiteres unnötiges Todesopfer in der Schießstandaffäre“, teilte der Verein mit. Karsten F., der nur 57 Jahre alt wurde, war seit 2003 Schieß- und Einsatztrainer in der Direktion 1, bevor 2014 bei ihm Krebs diagnostiziert wurde.

Seit 2016 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mutmaßlich Verantwortliche für die gesundheitsgefährdenden Zustände, unter den Beschuldigten ist auch die damalige Polizeivizepräsidentin und heutige Generalstaatsanwältin Margarete Koppers. Zivilklagen wurden bislang offenbar nicht erhoben, Betroffene wollen zunächst abwarten, welche Leistungen sie aus dem vom Senat eingerichteten Fürsorgefonds erhalten. Zum Jahresende seien aber wohl Schritte nötig, um eine Verjährung der Ansprüche zu verhindern, sagte ein BISS-Sprecher.

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