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V-Mann in Fussilet-Moschee? LKA-Chef nicht überrascht

Christian Steiof (l.), Leiter des LKA Berlin, mit dem ehemaligen Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt.

Christian Steiof (l.), Leiter des LKA Berlin, mit dem ehemaligen Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt.

Foto: dpa

Berlin. Der Chef der Berliner Kriminalpolizei hat sich nicht überrascht gezeigt über Berichte zu einem möglichen früheren Spitzel seiner Leute in der islamistischen Fussilet-Moschee. Ob und wann es diese sogenannte Vertrauensperson (VP) des Landeskriminalamtes im Umfeld der Moschee gab, könne und dürfe er aber nicht sagen, betonte LKA-Chef Christian Steiof am Freitag im Untersuchungsausschuss zum islamistischen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Es gebe seit vielen Jahren VPs im Bereich der Islamismusbekämpfung. Konkrete V-Leute und ihre Einsatzorte kenne er aber gar nicht.

Nach Informationen von RBB, "Berliner Morgenpost" und dem Politikmagazin "Kontraste" führte eine Anti-Terror-Dienststelle des LKA eine V-Person, die Kontakt zu der Moschee hatte. Ob und inwieweit diese Person den späteren islamistischen Attentäter Anis Amri kannte, ist aber unklar.

Die Fussilet-Moschee wurde auch von Amri besucht. Am 19. Dezember 2016 verübte er den Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und mehr als 70 Verletzten.

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