Charité und Vivantes

Berliner Kliniken bauen erstes Azubi-Wohnheim

Charité und Vivantes schaffen in ihrem neuem Ausbildungszentrum auch Unterkünfte für Lehrlinge.

Die Klinikkonzerne Charité und Vivantes planen den Aufbau eines gemeinsamen Wohnheims für Auszubildende

Die Klinikkonzerne Charité und Vivantes planen den Aufbau eines gemeinsamen Wohnheims für Auszubildende

Foto: Bildagentur-online/Schoening / picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

Berlin. Die Berliner Krankenhauskonzerne Charité und Vivantes planen, in dem neuen gemeinsamen Ausbildungszen­trum auch einen Schwerpunkt auf die Unterbringung der künftigen Fachkräfte zu legen. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Demnach wollen die Kliniken in dem Gemeinschaftsprojekt ein Wohnheim für bis zu 25 Prozent der Azubis errichten. Insgesamt sollen in dem neuen Ausbildungszentrum 2260 junge Menschen für Gesundheitsberufe ausgebildet werden, so die Antwort der Senatsverwaltung.

Charité und Vivantes sollen künftig in Fragen der Aus- und Weiterbildung stärker kooperieren. Bis 2025 soll die Anzahl der Ausbildungsplätze der Kliniken von derzeit 1600 auf über 2600 steigen. Das neue Ausbildungszentrum soll einen Neubau oder ein saniertes Gebäude beziehen. Der Standort für das Projekt sei aber noch offen, so eine Vivantes-Sprecherin.

Nach Angaben der Senatsverwaltung finden derzeit Gespräche mit mehreren Unternehmen statt, die ebenfalls den Bau von Wohnheimen für ihre Auszubildenden planen. Diese Initiative begrüße und unterstütze die Senatsverwaltung sehr, so Staatssekretär Alexander Fischer (Linke).

Gewerkschafter fordert mehr Engagement

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte zuletzt mehr Engagement von Kammern, Politik und Wirtschaft bei der Azubi-Unterbringung gefordert. Angesichts der gestiegenen Mieten in Berlin fänden viele Auszubildende immer schwerer Wohnraum, beklagte Berlins DGB-Chef Christian Hoßbach. Das Augenmerk der Politik liege derzeit vor allem auf Wohnheimplätzen für Studierende. In den Fokus müssten auch Azubis rücken.

Der Vorschlag findet auch bei der Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus Gehör: Gerade für Ausbildende mit geringer Vergütung sei es schwer, Wohnraum zu finden, sagte die Sprecherin für berufliche Bildung der FDP, Maren Jasper-Winter. 1900 Lehrstellen in Berlin seien zudem noch unbesetzt. „Aus diesem Grund begrüße ich es, wenn Unternehmen bei Bedarf wieder Ausbildungswohnheime einrichten. Der Senat ist hierbei in der Pflicht, nicht nur den Dialog mit den Unternehmen zu suchen, sondern sie auch in der Realisierung zu unterstützen“, erklärte Jasper-Winter. Sie forderte schnellere Genehmigungen bei Neu- oder Umbauten. Zudem könne ein Bauflächenkataster den Firmen bei der Suche nach einem Baugrundstück helfen.

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