Extremismus

Ruf nach Verbot für rechte Demo am 9. November wird lauter

Wissenschaftliche und religiöse Einrichtungen haben einen Brief an Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel geschrieben.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) spricht bei einem Pressegespräch.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) spricht bei einem Pressegespräch.

Foto: dpa

Berlin. Der Widerstand gegen eine am 9. November geplante rechtspopulistische und rechtsradikale Demonstration wird größer. Das Bündnis für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde unterstützt einen offenen Brief von zahlreichen Vertretern wissenschaftlicher und religiöser Einrichtungen an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel (beide SPD), in dem das Verbot der Demonstration gefordert wird. "Wir nehmen es nicht hin, dass dieser Tag von Rechtsextremisten benutzt wird, um nationalistischen Hass zu verbreiten", teilte das Bündnis am Sonntag mit. "Dieser Tag muss ein Tag des Gedenkens an die Opfer der Novemberpogrome bleiben."

Mit ähnlichen Worten hatten bereits die Unterzeichner des offenen Briefes vom 1. November ein Verbot der Demonstration gefordert. Die zum Teil rechtsextreme Initiative "Wir für Deutschland" hat unter dem Titel "Trauermarsch für die Opfer von Politik" eine Demonstration mit 250 Teilnehmern angemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass auch Mitglieder aus dem gewaltbereiten rechtsextremen Spektrum dabei sein werden. Zuletzt hatten die Initiative und ihre Unterstützer am 3. Oktober demonstriert.

Linke und linksextreme Gruppen kündigten bereits an, die Demonstration am 9. November verhindern und blockieren zu wollen.

Am 9. November 1938 begannen mit der Pogromnacht die bis dahin schwersten Ausschreitungen gegen Juden seit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland 1933.