Autobahnkultur

Trucker, Türme, Tütensuppe - Unterwegs auf dem Berliner Ring

Das Leben ist ein ständiges Unterwegssein: Nirgendwo kann man das so gut erfahren wie auf dem Berliner Ring. Eine Fotoreportage.

Foto: Maurizio Gambarini

Jeder, der Berlin mit dem Auto schon einmal verlassen hat oder mit dem Auto nach Berlin gefahren ist, kennt den Berliner Ring. Die meisten beachten ihn nicht groß und wollen nur schnell irgendwo ankommen. Unser Fotograf Maurizio Gambarini hatte die Idee, genau dies einmal im Bild festzuhalten: einen Ort im ewigen Transit.

Also fuhr er die Strecke mit dem Auto ab, fotografierte mal direkt aus dem Auto heraus oder hielt an, wenn ihm ein Motiv reizvoll erschien. Er entdeckte das, was man vielleicht zutreffend als deutsche Autobahnkultur beschreiben kann: Lastkraftwagenfahrer, die ihr Leben im Auto verbringen und deshalb Nudelsoßen in den Ablagefächern ihrer Türen bunkern, um sich auf Parkplätzen schnell etwas zubereiten zu können. Alte Wassertürme, die wohl der Denkmalschutz vor dem Verschwinden bewahrt hat. Riesige Rohre auf Schwerlasttransportern. Kleine „Hexenküchen“, die, wenn sie denn geöffnet haben, Pommes und Burger anbieten. Und natürlich die Geschwindigkeitsstreifen vorbeidonnernder Fahrzeuge.

Der Berliner Ring, sagt uns das Onlinelexikon, ist mit 196 Kilometern der längste Autobahnring Europas. Aber er ist auch Erlebnis- und Erfahrungsraum. Und auf der Landkarte sieht er aus wie ein eingebeultes Brötchen.