Zugteil ausgefallen

ICE nach München total überfüllt, Bahn ruft Bundespolizei

Chaotische Szenen spielten sich am Freitag in einem ICE von Berlin nach München ab. Monika Herrmann (Grüne) berichtete via Twitter.

Fahrgäste am Berliner Hauptbahnhof (Archivbild)

Fahrgäste am Berliner Hauptbahnhof (Archivbild)

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Berlin. Ausnahmezustand Freitagmittag in einem ICE von Berlin nach München: Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, rief die Bahn Bundespolizisten zur Hilfe, weil der ICE 1511 heillos überfüllt war und Fahrgäste nicht freiwillig aussteigen wollten. Auch Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, wollte den ICE nehmen und schilderte via Twitter ihre Eindrücke.

Wie die Deutsche Bahn bestätigte, sei der ICE am Freitag um 12.30 Uhr planmäßig am Berliner Hauptbahnhof eingetroffen, um dann nach München weiterzufahren. Allerdings hätten nicht, wie vorgesehen, zwei Zugteile Berlin erreicht. Sieben Waggons hätten gefehlt. Die Folge: chaotische Szenen am Gleis.

Die Bahn habe die Fahrgäste mit einer Reservierung für die fehlenden Waggons aus diesem Grund gebeten, wieder auszusteigen. Als Kompensation seien ihnen Gutscheine im Wert von 30 Euro angeboten worden. Dies zeigte aber offensichtlich wenig Wirkung. Viele Fahrgäste blieben trotzdem im Zug. Ein Bahnsprecher habe laut Monika Herrmann dann durchgesagt, dass die Bundespolizei eingreifen werde, wenn nicht genügend Leute ausstiegen.

Der Zug setzte sich schließlich mit einiger Verzögerung in Bewegung und hielt am Südkreuz. Dort stiegen dann tatsächlich Bundespolizisten zu. Die meisten Fahrgäste ohne Reservierung hätten sich überreden lassen, auszusteigen und auf den nächsten ICE nach München zu warten, berichtet Monika Herrmann. „Die Schaffnerin kam mit drei Polizisten durch den Zug. Sie war freundlich, aber sehr bestimmt. Es war eindeutig: Das ist kein Spaß mehr“, sagte Herrmann dem „Tagesspiegel“.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn betonte, hätten Fahrgäste auch mit Reservierung keinen Anspruch auf Mitfahrt, wenn „ihr“ Waggon ausfalle. Die Deutsche Bahn könne dann von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

Monika Herrmann konnte anders als andere Fahrgäste im Zug bleiben, obwohl auch sie einen Sitzplatz in einem der fehlenden Waggons gebucht hatte. Ihre Strategie: Sie sei als "geübte Reichsbahnfahrerin" gleich in den Speisewagen gegangen und habe sich dort einen Platz gesucht, sagte die Grünen-Politikerin der Zeitung.

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