Berlins Bezirke

Das sind die Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in Mitte? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Stammlokal im Kiez: die Betreiber des indischen „Yogi Hauses“.

Stammlokal im Kiez: die Betreiber des indischen „Yogi Hauses“.

Foto: Gudrun Mallwiitz / Gudrun Mallwitz

Fast zu Hause im „Yogi Haus“in Schöneberg

Berlin. Wer Lust auf Indisch hat, muss in Berlin nicht weit laufen. Ins „Yogi Haus“ an der Belziger Straße in Schöneberg kommen aber selbst diejenigen regelmäßig zurück, die schon länger nicht mehr im Bezirk wohnen. Denn das Restaurant bietet seit vielen Jahren einen gelungenen Mix aus abwechslungsreicher nord- und südindischer Küche und Wohlfühlatmosphäre. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auch wenn es wieder einmal ziemlich voll ist, das Betreiberehepaar Renu und Param Bhuller lässt keinen warten. Schnell ist das Personal, fast alles Verwandte, zur Stelle. Wer häufiger kommt, wird von Geschäftsführer Raj Kumar mit einem herzlichen Handschlag begrüßt. Er kennt die Vorlieben der Gäste und weiß häufig schon, was sie bestellen wollen. Sonderwünsche werden gern erfüllt. Weil immer mehr Besucher kamen, baute die Betreiberfamilie den einstigen Imbiss immer weiter aus.

Unter den Vorspeisen sind Champignons, in Kichererbsenmehl gebacken (3,80 Euro), zu empfehlen. Besonders beliebt ist Chicken Korma – Hähnchenbrustfilets in milder Curry-Sahne-Soße, mit hausgemachtem Rahmkäse und Mandeln, dazu Basmatireis und frittiertes Fladenbrot für 9,90 Euro. Wer sich auf der langen vegetarischen Karte nicht entscheiden kann, sollte Yogi Thali – eine Kombination aus drei Gerichten – probieren (11,50 Euro).

Auch die Getränke sind preisgünstig: Das Weizenbier kostet 3,50 Euro, ein alkoholfreies Pils 2,90 Euro. Stark nachgefragt: der Mango-Lassi (ab 3,20 Euro). Die Cocktailkarte ist lang: Sie reicht von Caipirinha (5,50 Euro) bis zu acht alkoholfreien Cocktails. Als Dessert empfiehlt der Geschäftsführer Kulfi indischen Milchreis mit Pistazien, Safran und Mandeln (4,50). Täglich von 11.30 bis 16 Uhr bietet das „Yogi Haus“ einen Mittagstisch für 6,50 bis 7,50 Euro. Alle Gerichte werden mit Suppe, Papadam, Salat und Reis serviert. Im Winter lieber reservieren.

Yogi Haus, Belziger Straße 42, Tempelhof-Schöneberg, täglich 11.30 bis 24 Uhr, Tel.: 030/782 92 23, Weitere Infos unter www.restaurant-yogihaus.de.

Musik und Andacht: Zehn Jahre „Noon Song“ am Hohenzollernplatz

Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem ersten „Noon Song“ feiern die Sänger ihr Jubiläum heute mit einem Festkonzert. Die Musiker der Batzdorfer Hofkapelle werden mit „sirventes berlin“ Kompositionen aus den „Vesperae Longiores ac Breviores Unacùm Litaniis Lauretanis“ von Heinrich ­Ignaz Franz Biber zur Aufführung bringen.

2008 hatte der künstlerische Leiter Stefan Schuck die Idee, das Modell des anglikanischen Abendgesanges nach Berlin zu bringen. Die Abendandachten englischer Colleges hatten es ihm angetan. Die Idee wurde in der Kirche am Hohenzollernplatz auf die Mittagszeit (engl. „Noon“) verlegt: Inzwischen kommen sonnabends 200 Musik- und Kulturbegeisterte, Christen und Nichtchristen, Berliner und Touristen, die die Noon-Song-Atmosphäre und die Musik schätzen.

Zehn Jahre Noon Song, 12 Uhr, Kirche am Hohenzollernplatz, Nassauische Straße 66, Wilmersdorf.

Musikalischer Streifzug in Marzahn durch das Leben von Otto Nicolai

Wer mehr über das kurze Leben und Schaffen des Komponisten Otto Nicolai erfahren und hören will, muss am nächsten Mittwoch nach Marzahn-Hellersdorf kommen. Der Königsberger, der 1849 im Alter von 39 Jahren in Berlin starb, gilt als Gründer der „philharmonischen Kunst“. Er gründete die Wiener Philharmoniker und wurde besonders durch seine Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ berühmt.

In der Mark-Twain-Bibliothek will der Berliner Opernsänger Gunter Wurell eine Sammlung der vorhandenen Nicolai-Werke vortragen. Die Originalnoten fand er in den großen Staatsbibliotheken. Neben selten oder noch nie aufgeführten Liedern und Gesängen werden Auszüge aus den Briefen an seinen Vater zu hören sein. Begleitet wird Tenor Wurell von Sopranistin Inna Wurell und Andreas Wolter am Klavier.

Mark-Twain-Bibliothek, Marzahner Promenade 52 bis 54, 7.11., 20 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter 030/54 70 41 42.

Same-Sex Dancing – Moments: Queere Tanzpaare im Rathaus Schöneberg

Im Rathaus Schöneberg ist noch bis 30. November die Fotoausstellung „Same-Sex Dancing – Moments“ zu sehen. Beim Equality-Tanzsport – gleichgeschlechtlicher Tanz – werden tradierte Geschlechterrollen hinterfragt und neu interpretiert. Dies beginnt bereits mit der Frage, wer führt, wer folgt. Im Zuge des zehnjährigen Jubiläums der „European Same-Sex Dance Association“ (ESSDA) 2017 wurde von pinkballroom Berlin, der Tanzsportgruppe für gleichgeschlechtliche Tanzpaare der Turngemeinde in Berlin 1848 e. V., diese Fotoausstellung mit lebensfrohen Bildern konzipiert.

Die Tanzsportgruppe feiert 2018 ihr 20-jähriges Bestehen. „Mit diesen schönen und ansprechenden Bildern setzt die Ausstellung den Tanzenden ein wunderbares Denkmal und macht Lust, mal wieder selbst das Tanzbein zu schwingen“, sagt die Schirmherrin, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Fotoausstellung Rathaus Schöneberg, Raum John-F.-Kennedy-Platz 10825 Berlin, 1. Stock, Mo.–Fr., während der Dienstzeiten 8–19 Uhr

Köpenicker Landjungs laden zum Workshop ins „Wohnatelier“

Arne und Alex Erichsen nennen sich Landjungs, weil die zwei ihr Zuhause am Berliner Stadtrand zwischen Wald und Wasser haben. Durch die Nähe zur Natur entdeckten sie auch ihr Faible für Altes und Handgemachtes. Ihr Sortiment umfasst historische Einzelstücke, die behutsam restauriert wurden, Objekte im Vintage-Look sind dabei sowie verträumter Landhausstil. Auch Liebhaber des skandinavischen Designs werden fündig.

Und weil vielen gefällt, was die zwei machen und in ihrem Shop „Wohnatelier“ verkaufen, geben sie auch Workshops im Fabrikgebäude an der Seelenbinderstraße. Am Wochenende 8. und 9. Dezember geht es um Betondesign. Gegossen werden Betonunikate. Von Lampen bis Schmuck ist vieles möglich. Die Workshops sind oft ausgebucht, eine Anmeldung empfiehlt sich.

Fabrikgebäude Seelenbinderstr. 141. Anmeldung unter www.shop.berliner-landjungs.de

Trödelmarkt am Wochenende mit Erlösen zugunsten des Tierheims

Am heutigen Sonnabend und morgigen Sonntag findet im Berliner Tierheim ein Trödelmarkt statt. Die Einnahmen, die an beiden Tagen durch den Verkauf erzielt werden, sollen den in der Einrichtung gepflegten Tieren zugutekommen. Den Besuchern bietet sich die Gelegenheit, nach Herzenslust nach Schnäppchen zu stöbern, gemütlich Kaffee zu trinken und dabei noch etwas Gutes tun – denn die Einnahmen gehen wie immer an die rund 1400 Tiere der Einrichtung.

Die Veranstaltung ist unabhängig vom Wetter, denn sie findet wie gewohnt innerhalb der Gebäude des Tierheims statt. Wem zwischendurch nach frischer Luft zumute ist – zwischen Kuchen und Vintage-Entdeckungen –, ist eingeladen, bei einer kostenlosen Führung das insgesamt 16 Hektar große Tierheimgelände zu erkunden.

Tierheim, Hausvaterweg 39, Sonnabend und Sonntag, jeweils von 11 bis 16 Uhr, Weitere Infos unter www.tierschutz-berlin.de

Drittes creoles Musikfilmfest in der Werkstatt der Kulturen in Neukölln

Bereits zum dritten Mal lädt die Werkstatt der Kulturen in Neukölln zum creolen Musikfilmfest ein. In diesem Jahr steht das dreitägige interkulturelle Festival im Zeichen des „Soundtracks der 68er“. Den Auftakt macht am 9. November der Dokumentarfilm „Message to love – The Isle of Wight Festival“. Zeitgleich findet in der Werkstatt der Kulturen ein Konzert der Band Fanna-Fi-Allah statt. Die Musiker spielen traditionelle Musik aus Indien und Pakistan, die Sufi-Qawwali-Musik.

Am Sonnabend, 10. November, werden zwischen 16 und 20 Uhr drei weitere Filme gezeigt, unter anderem „Soundtrack for a Revolution“ von 2009, der den derzeitigen Kampf von Afroamerikanern in den USA um Gleichstellung beleuchtet. Zum Abschluss tritt am Sonntag, 11. November, die Little Big Band der Werkstatt der Kulturen auf. Außerdem werden nochmals zwei Filme gezeigt.

3. creoles Musikfilmfest in der Werkstatt der Kulturen, 9. bis 11 November, Wissmannstr 32. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.werkstatt-der-kulturen.de

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