Favorit 8. März

Frauentag könnte neuer Feiertag in Berlin werden

Derzeit gibt es noch diverse Vorschläge für einen zehnten Feiertag in Berlin. SPD und Grüne sind tendenziell für den 8. März.

New Yorkerinnen anlässlich einer Demo zum Internationalen Frauentag

New Yorkerinnen anlässlich einer Demo zum Internationalen Frauentag

Foto: dpa Picture-Alliance / Anik Rahman / picture alliance / NurPhoto

Berlin. Das laufende Jahr neigt sich dem Ende entgegen, das kommende ist nur noch 64 Tage entfernt. Viele Berliner hatten gehofft, dass sie sich schon 2019 auf einen zusätzlichen Feiertag freuen können, wie ihn die rot-rot-grüne Koalition einführen will. Danach aber sieht es nicht aus, in der Debatte ist weiter kein Ende in Sicht. Trotzdem zeichnet sich nun ein Datum ab, vieles deutet auf den internationalen Frauentag am 8. März hin.

Größte Verfechterin dieser Idee ist die SPD-Abgeordnete und stellvertretende Landeschefin Iris Spranger. Seit Juni sammelt sie im Rahmen einer Onlinepetition Unterschriften für ihr Vorhaben, rund 28.000 Menschen haben sich ihr angeschlossen, darunter auch die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger und auch Mitglieder der Linkspartei. „Wir bringen den Vorschlag auf dem SPD-Landesparteitag ein“, sagte Spranger. „Ich gehe fest davon aus, dass der Frauentag eine Mehrheit bekommt.“

Auch die Grünen sind offen für die Idee, Fraktionschefin Antje Kapek: „Ich persönlich habe sehr große Sympathien für den Frauentag.“ Auch viele ihrer Parteimitglieder halten den 8. März für die richtige Wahl. Allerdings liefen die Gespräche noch, so Kapek. „Ich wäre dafür, dass wir eine Shortlist erarbeiten, über die dann das Parlament abstimmt – und zwar ohne Fraktionszwang“, sagte sie. „So ließe sich ein breiter gesellschaftlicher Konsens erreichen, den es für eine solche Entscheidung braucht.“

Linke steht Frauentag noch skeptisch gegenüber

Koalitionsintern steht die Linke dem Frauentag noch skeptisch gegenüber. „Wir als Linksfraktion halten den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus für das richtige Signal“, sagte Fraktionschefin Carola Bluhm. Dass die Sozialisten an diesem Tag festhalten, hat allerdings auch parteitaktische Gründe: Auf einem Parteitag hatte sich die Linke nämlich für den 8. Mai 2020 als einmaligen Feiertag ausgesprochen, den es nach einer Einigung mit SPD und Grünen nun auch geben soll. In Koalitionskreisen geht man deshalb davon aus, dass sich die Linke dem 8. März nicht grundsätzlich verschließen kann – nicht zuletzt, weil er in der DDR bereits ein wichtiger Ehrentag war.

Neben dem 8. Mai und dem 8. März stehen zahlreiche andere Vorschläge für einen zehnten Feiertag zur Debatte. Im Sommer hatte sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) für den 18. März ausgesprochen, um die Märzrevolution von 1848 zu würdigen. Auch der 9. November, an dem 1918 die Weimarer Republik ausgerufen wurde, wird immer wieder genannt, viele halten dieses Datum wegen der Pogromnacht vom 9. November 1938 für schwierig.

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