Freizeit

Jusos fordern mehr Unisex-Umkleiden in Berliner Bädern

Der SPD-Nachwuchs möchte Kabinen für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen.

Alte Umkleidekabinen stehen in einem Schwimmbad.

Alte Umkleidekabinen stehen in einem Schwimmbad.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Jusos fordern mehr Unisex- Umkleidekabinen und -Duschen in den Berliner Bädern. In den meisten Einrichtungen gebe es zwar Frauen- und Herrenumkleiden sowie entsprechend aufgeteilte Duschen. Allerdings fehlten oft abschließbare Kabinen für Einzelne, heißt es in einem Juso-Antrag für den SPD-Landesparteitag am 16. und 17. November. Das stelle für viele eine unüberwindbare Hürde oder zumindest ein Problem dar.

Als Beispiel werden Menschen genannt, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen. Transmenschen wiederum seien vor die Frage gestellt, ob sie sich in der Umkleidekabine ihres "biologischen Geschlechts" umziehen wollten oder des Geschlechts, dem sie sich zuordnen. Der "Missstand" betreffe auch behinderte Menschen mit einer Begleitperson anderen Geschlechts oder Elternteile, die mit ihren Kindern unterschiedlichen Geschlechts Schwimmen gehen wollen.

"Badespaß darf nicht vom Geschlecht abhängen, sondern muss für alle möglich sein", betonen die Jusos. In ihrem Antrag wird der Senat aufgefordert, Abhilfe zu schaffen. Das bedeute nicht zwingend aufwendige Umbaumaßnahmen: "In vielen Bädern sind die Umkleidekabinen nie voll ausgelastet, so dass immer mehrere Umkleidegänge geschlossen sind", heißt es. "Es wäre ein Leichtes, diese zu öffnen und als Unisexkabinen zu deklarieren." So fielen nur Kosten für Schilder an.

Auch in Bädern mit mehreren Duschen sei dieses Verfahren möglich. In Bädern mit jeweils nur einem Duschraum für Frauen und Männer seien indes andere Lösungen nötig. Bei Neubau oder Sanierung von Bädern müssten Unisexlösungen künftig von vornherein in die Planung miteinbezogen werden, so die Jusos.