Justiz

Private Kommission will Fall Oury Jalloh untersuchen

Eine Demonstration zum Gedenken an Oury Jalloh.

Eine Demonstration zum Gedenken an Oury Jalloh.

Foto: dpa

Berlin/Dessau-Roßlau. Knapp 14 Jahre nach dem Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau will eine private Untersuchungskommission die Umstände des Falls aufklären. Mehrere Kommissionsmitglieder verlangten am Dienstag weitere Informationen von den Ermittlungsbehörden in Sachsen-Anhalt. "Von einer Aufklärung von staatlicher Seite ist nicht auszugehen", sagte Vanessa Thompson in Berlin bei einer Pressekonferenz der ebenfalls privaten Initiative in Gedenken an Oury Jalloh.

Die Untersuchungskommission und die Initiative kritisierten zudem, dass die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg viel zu lange brauche, um zu prüfen, ob die Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu den Todesumständen Bestand haben soll. Ein Ergebnis war für den Herbst angekündigt.

Der an Händen und Füßen gefesselte Jalloh war am 7. Januar 2005 bei einem Feuer in einer Gefängniszelle in Dessau ums Leben gekommen. Bis heute ist auch nach zwei Prozessen nicht geklärt, wie es zum Brand kommen konnte. Die Initiative vertritt die These, dass Polizisten Jalloh anzündeten.

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